"Treffpunkt Kultur" am 1. August in ORF 2: Verdi, Wonka und Konsumverweigerer

Johnny Depp als Roald Dahls Willy Wonka, Vorbericht zum ORF-Live-Event "La Traviata" aus Salzburg

Wien (OTS) - Roald Dahls Bücher stehen - auch eineinhalb
Jahrzehnte nach dem Tod des Starautors - auf den ewigen Bestenlisten der Kinderliteratur und inspirieren jährlich rund 15 Millionen Kinder. US-Regisseur Tim Burton hat nun einen weiteren Roald-Dahl-Klassiker neu verfilmt - mit dem seltenen Resultat, dass das Remake das Original übertrifft: "Charlie und die Schokoladenfabrik" profitiert vor allem von Burtons Lieblingsschauspieler Johnny Depp. Sein misanthropischer Fabrikbesitzer Willy Wonka ist eine hinreißende Charakterstudie: Wie er fahrig, bleich und verschüchtert Kinder am Fabriktor begrüßt, scheint er an Michael Jackson zu gemahnen. "Treffpunkt Kultur" stellt am Montag, dem 1. August 2005, um 22.30 Uhr den Film vor und porträtiert das Leben des Exzentrikers Roald Dahl. Durch die Sendung führt Arwid Holtenau - und präsentiert als weitere Themen:

Die neue Askese: Arm und glücklich - Alexander von Schönburgs Ratgeber für Konsumverweigerer

"Money Can't Buy It" sang schon Annie Lennox. Alexander von Schönburg, aus seit Jahrhunderten verarmtem Adel stammend und einst blaublütiges Viertel des popliterarischen Quartetts, hat die Lust an der neuen Askese entdeckt: In Zeiten des tobenden Neoliberalismus sei der radikale Konsumverweigerer Speerspitze einer neuen Avantgarde:
"Die Kunst des stilvollen Verarmens" heißt sein Ratgeber für Individualisten, der sich bereits auf den Bestsellerlisten findet. "Treffpunkt Kultur" geht nicht nur jenen Fällen nach, in der die neue Armut schicke Attitüde ist, sondern bittet auch Michaela Moser von der Armutskonferenz zum Gespräch.

Frauen-Bilder: Miroslav Tichy - Der spät entdeckte tschechische Meisterfotograf

Er ist nicht stilvoll verarmt, sondern in seinem sozialen Elend sesshaft geblieben. Miroslav Tichy lebt immer noch in einem schäbigen Haus im südlichen Mähren, auch wenn seine Fotoarbeiten in den Kunstgalerien der Welt in jüngster Zeit um bis zu 12.000 Euro gehandelt werden. 30 Jahre lang trug er seine Kamera wie einen Revolver unter seinem Pullover versteckt, um aus der Hüfte auf das immer gleiche Sujet zu zielen: Frauen, Frauen, Frauen. Als Gegner des kommunistischen Regimes wurde er verfemt, verfolgt und immer wieder verhaftet. "Treffpunkt Kultur" zeichnet ein Porträt des 79-jährigen Nonkonformisten.

Nagelprobe: "Mitridate" und "Zauberflöte" - Zwei Salzburger Neuinszenierungen als Vorhut zum Mozartjahr

Der Brite Graham Vick hat nicht vor, bei den Salzburger Festspielen eine "brave" Inszenierung von Mozarts "Zauberflöte" abzuliefern. Immerhin genießt der Regisseur das besondere Vertrauen von Maestro Ricardo Muti, der nach langer Abstinenz wieder eine Oper in Salzburg dirigiert. Startenor Michael Schade singt den Tamino - die Premiere am 30. Juli gilt als "Nagelprobe" für das Mozartjahr 2006. Ein ausgewiesener Barockspezialist zeichnet für die Produktion von Mozarts fragilem Jugendwerk "Mitridate, re di Ponto" verantwortlich:
Der Pariser Marc Minkowski dirigiert im Residenzhof sein auf Originalinstrumenten spielendes Ensemble Les Musiciens du Louvre. "Treffpunkt Kultur" berichtet darüber ebenso wie über die Luxusproduktion von Verdis "La Traviata" mit Anna Netrebko und Rolando Villazón, deren Premiere am Sonntag, dem 7. August, um 19.55 Uhr live in ORF 2 auf dem Programm steht (Nähere Infos dazu siehe http://presse.ORF.at).

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