"Haager Lies" als Opfer verfehlter Verkehrspolitik!

Linz (OTS) - Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Regionalbahnen fordert nun in Oberösterreich offenbar ein konkretes Opfer: der Personenverkehr auf der Strecke Lambach-Haag ("Haager Lies") soll eingestellt werden. Der Vizepräsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Ing. Reinhold Entholzer, spricht sich gegen die Schließung von Nebenbahnen aus und fordert eine Investitionsoffensive für den Schienen-Regionalverkehr.

Für Entholzer ist die angekündigte Einstellung der "Haager Lies" die Folge einer fehlenden Verkehrspolitik. Vor allem der Bund, zum Teil auch die Bundesländer, haben sich kaum um die Schienen-Infrastruktur in den Regionen gekümmert. Dass die Einstellung ausgerechnet im Jahr vor der Landesausstellung in Ampflwang erfolgt, ist eine besondere Ironie.

Jahrzehntelang wurden die erforderlichen Investitionen nicht getätigt, manche Nebenbahnen sind dadurch geradezu verkommen und natürlich immer unattraktiver geworden. Die sinkenden Fahrgastzahlen wurden dann oft als "Argument" dafür verwendet, die Investitionen weiter zu unterlassen, anstatt eine Offensive für den regionalen Schienenverkehr zu finanzieren.

"Möglicherweise ist das jetzt erst der Anfang und es kommt nun so richtig dick", befürchtet Vizepräsident Entholzer. Er könne sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass hinter dieser Vernachlässigung der Nebenbahnen durchaus System steckt, damit sich der Bund seiner verkehrspolitischen Verantwortung in den Regionen entledigen kann.

Ein Indiz dafür sind für ihn auch die Pläne, den Schienen-Regionalverkehr zu "verländern". Wird dieser tatsächlich ganz aus der Verantwortung des Bundes in jene der Bundesländer übertragen, dann entstehen auf diese Weise de facto neun verschiedene regionale Verkehrsunternehmen. Das wird zu insgesamt höheren Kosten führen. Dieses Kostenargument würde dann mit ziemlicher Sicherheit für die Schließung weiterer Regionalbahnen herangezogen.

Das gesamte System Schiene würde unter einer weiteren Verschlechterung des öffentlichen Verkehrs in den Regionen leiden. "Die Regional- und Nebenbahnen erfüllen nämlich eine wichtige Zubringerfunktion für das übergeordnete Netz, die völlig unterschätzt wird", meint Entholzer.

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