Meduni Wien hat Zulassungsverfahren vor und nach EuGH-Urteil auf Basis des gültigen Universitätsgesetzes 2002 und zur Aufrechterhaltung eines geordneten Studienbetriebs umgesetzt

Wien (OTS) - Mit einer überraschenden Interpretation einer offensichtlich nicht gründlich recherchierten Rechtslage verunsichert die ÖH gestern neuerlich und irreführend die österreichischen und ausländischen Studierenden. Die MUW hätte mit der Beschränkung der Studierendenzahl auf 1560 Plätze und dem "illegalen" Stopp der Zulassung "unzulässigerweise einem Gesetz um Wochen vorgegriffen". Tatsächlich hat sich die MUW vor und nach dem EuGh-Urteil an die Rechtslage des UG 2002 gehalten, der Zulassungsstopp nach der 1560en Zulassung ist lediglich eine nach UG 2002 rechtlich mögliche Sistierung der Zulassung.

Bereits im März des Jahres hat die MUW auf der Basis des Universitätsgesetzes 2002 eine Beschränkung der Kleingruppenunterrichtsplätze (für Übungen und Praktika des ersten Studienabschnittes) in den Studienplan aufgenommen. Die Höchstkapazität von 1560 Plätzen entspricht den Kapazitätsberechnungen der MUW (Plätze in Labors, an Geräten bzw. das verfügbare Personal etc.) und ist sogar um rund 100 Plätze höher als der Schnitt der letzen drei Jahre, aber nach oben nicht erweiterbar.

Ein derartige Beschränkung von Studienplätzen in Übungen und Praktika (das sind etwa im Medizinstudium Übungen in Laborplätzen, praktischen Seminaren, histologischen Übungen etc.) ist allen Studienrichtungen schon seit langen Jahren möglich und wurde und wird bei kapazitätsbeschränkten Übungen auch regelmäßig angewandt. Hier galt und gilt seit jeher das - völlig rechtskonforme - Prinzip der Vergabe nach der Reihung der Anmeldung (First-come - First served). Eine Alternative - ebenfalls legal - wäre allenfalls die Vergabe mit dem Losentscheid!

Damit hat die MUW verantwortungsvoll und gesetzeskonform bereits im März des Jahres auf das von Seiten der ÖH immer geleugnete und jetzt eingetroffene Szenario reagiert, dass statt des langjährigen -längst am wiederholt problematisierten Kapazitätslimit angelangten -Schnittes von rund 1500 Studienbeginnern mit zahllosen zusätzlichen Studienwilligen aus Deutschland gerechnet werden müsse. Von diesem Umstand wurden sowohl die breite Öffentlichkeit als auch die Schulen im Speziellen - ebenfalls bereits Ende März Anfang April -informiert.

Der eigentliche Zulassungsstart für das heurige Studienjahr 2005/06 am 4. Juli 2005 wurde bereits im März - also lange vor dem Bekanntwerden des Termins der Verkündung des anstehenden EuGh-Urteils - gewählt und entsprach dem Modus der vorangegangenen Jahre.

Bis zum 7. Juli (also noch vor der Novellierung) wurde im Rahmen der laufenden Zulassung entsprechend der Reihenfolge der Zulassung -wie in den Jahren davor - mit der Zulassung auch einer der Kleingruppenunterrichtsplätze vergeben. Auch nach der Verkündung des EuGH-Urteils wurde dieses Vergabe-Prinzip (ab dem 8. Juli; also nach dem EuGH-Urteil) beibehalten. Weder Österreicher noch deutsche "Numerus-Clausus-Flüchtlinge" wurden also bevor- oder benachteiligt. Der Zulassungsstopp wurde - gesetzeskonform - durch das Rektorat der MUW erlassen, die reguläre Zulassungsfrist ist bis zur neuerlichen Wieder-Aufnahme nur sistiert.

Selbst bei Aufrechterhalten der Zulassung wäre dies nur noch zum Nachteil der Studierenden gewesen: Zugelassene ab dem Platz 1561 müssten in jedem Fall bereits ein "Steh-Jahr" in Kauf nehmen, da die Absolvierung des ersten Studienabschnittes an die Absolvierung der Übungen und Praktika gebunden ist.

Mit dem Inkrafttreten der Novellierung vom 8. Juli d.J. - also heute - wird die MUW aber jedenfalls auf dem Verordnungsweg die Platzzahl beschränken, um einen ordentlichen Studienbetrieb auch unter den neuen Bedingungen und seiner möglichen Konsequenzen der Verdopplung der Studienwerber! zu ermöglichen.

Eine in Vorbereitung befindliche Eignungsprüfung nach dem Schweizer EMS-Modell wird bis ins Frühjahr 2006 entwickelt werden. Dieser Eignungsprüfung werden sich für das kommende Studienjahr 2006 dann alle Studienwilligen für das Studium der Humanmedizin bzw. Zahnmedizin unterziehen müssen. Ab diesem Moment erübrigt sich auch die Vergabe von Übungsplätzen und Praktikaplätzen nach dem Prinzip der Reihenfolge der Anmeldung.

Rückfragen & Kontakt:

Medizinische Universität Wien
Mag. Bernd Matouschek, pressesprecher
Spitalgasse 23, 1090 Wien
Tel./Fax: +43 (0)1 23 101 32
Mobil: +43-(0)676-6119701;
mail: bernd.matouschek@meduniwien.ac.at
www.meduniwien.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEB0002