ÖAMTC: Nach dem Urlaub Post auf Hinterlegungsscheine kontrollieren

Bei zu spät abgeholten Strafbescheiden droht Fristversäumnis

Wien (OTS) - Ein Brief von den Behörden bedeutet mitunter Ärger. Umso mehr, wenn man wichtige Einspruchsfristen versäumt. Versucht der Postbote vergeblich einen Strafbescheid zuzustellen, weil der Adressat nicht zuhause ist, hinterlegt er eine gelbe Benachrichtigung im Briefkasten. Der Bescheid wandert zum Postamt oder zum Postpartner, wo er auf Abholung wartet. Ein unproblematischer Vorgang, sofern der Empfänger am selben Abend die Verständigung vorfindet. "Denn die meist 14-tägige Frist für Einsprüche beginnt mit dem Tag abzulaufen, mit dem das Schriftstück erstmals von der Post hätte abgeholt werden können", erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Kompliziert wird die Situation, wenn der Adressat auf Urlaub ist und von der Hinterlegung nichts weiß. In diesem Fall gelten besondere Regeln:

Wenn die Einspruchsfrist bei Vorfinden der Benachrichtigung bereits abgelaufen ist, beginnt sie erst mit der Rückkehr des Urlaubers an die Zustelladresse zu laufen. Anders ist es, wenn der Bescheid noch fristgerecht abholbereit auf der Post liegt. "Dann läuft die Frist ganz normal ab. Im schlimmsten Fall bleiben nur wenige Tage, um den Bescheid abzuholen und Einspruch einzulegen", warnt der ÖAMTC-Experte. Er empfiehlt deshalb, sofort nach der Rückkehr aus dem Urlaub die gesamte Post zu kontrollieren. "Nur so kann man auf wichtige Schriftstücke sofort reagieren und sich viel Ärger ersparen", sagt Hoffer.

Wenn es doch zu spät und die Frist schon sehr verkürzt oder gar abgelaufen ist, rät Hoffer die ÖAMTC-Rechtsberatung zu kontaktieren. Die Club-Juristen geben Auskunft darüber, wie man im speziellen Fall richtig reagiert und unter welchen Voraussetzungen ein Antrag auf "Wiedereinsetzung wegen Fristversäumnis" möglich ist. Ein Tipp des Club-Experten: "Belege wie Hotelrechnungen und Flugtickets für ein mögliches Wiedereinsetzungsverfahren aufheben. Die bloße Behauptung, dass man unterwegs gewesen ist, reicht nur bei ganz besonders verständnisvollen Behörden aus, um eine Fristverlängerung zu erreichen."

(Schluss)
ÖAMTC-Presse/Claudia Kesche

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001