"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Hoffen auf Hinweise"(Von WOLFRAM KRABICHLER)

Ausgabe vom 2005

Innsbruck (OTS) - Die Anschläge in London und jetzt auch in Sharm el Sheik rufen weltweit Trauer und Abscheu hervor. Staatschefs und Regierungen überschlagen sich mit Unterstützungserklärungen, gemeinsam gegen den Terror etwas unternehmen zu müssen beziehungsweise dabei wenigstens behilflich zu sein. Von allen Seiten wird die Entschlossenheit im Kampf gegen den Terror bekräftigt.

Und das allein zeigt schon, wie wenig konkrete Mittel zur Verfügung stehen, gegen die barbarischen Taten anzukämpfen. -geschweige denn, sie überhaupt zu verhindern.

Es bleibt bei Gegenmaßnahmen in Worten. In Taten dagegen anzukämpfen ist schwierig, wenn nicht aussichtslos oder unmöglich. Zu wenig Konkretes haben Behörden und Exekutive gegen die kranken Gehirne in Händen. Erst wenn die Verbrecher wieder sinnlose Taten gesetzt haben, darf man hoffen, dass irgendwelche Hinweise zurückbleiben.

Leider ist dieses System der Greueltaten so gestrickt: Ja, es müssen Anschläge geschehen, um die Spuren zu den Anarchisten zu finden.

Erst auf Aktionen kann man reagieren, den terroristischen Sumpf vorher trockenzulegen ist nahezu unmöglich. Und das wissen die Terroristen, das ist ihre Stärke, wie Verunsicherung ihr Handwerk begünstigt, mit dem sie Zerstörung und Vernichtung verbreiten.
Es geht gar nicht darum, unter welchen Vorwänden gesprengt und gebombt wird - die Beweggründe für diese Schreckenstaten sind weder begreifbar, noch erklärbar oder gar entschuldbar.

Trotzdem darf bei den Betroffenen keine Resignation aufkommen. In aller Wut über die perfiden Geschehen, unter denen Unschuldige leiden und sterben, dürfen wir den gemeinen Verbrechern aber nicht Ohnmacht zeigen. Das wäre ein Zeichen von Aufgeben, das sich diese Gegner unserer Gesellschaft nur wünschen.

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