Frauenring: 1.000 Euro und ein Türschild sind zu wenig

Rauch-Kallat spart bei Frauenvertretung - Frauenthemen bei EU-Präsidentschaft thematisieren

Wien (Frauenring) - "Die Frauenpolitik der zuständigen Ministerin Maria Rauch-Kallat lässt zu wünschen übrig: Fördergelder für frauenspezifische Themen und Organisationen werden gekürzt oder gleich gar nicht genehmigt", ist Sabine Oberhauser, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, empört. In einigen Bundesländern sind sogar Einrichtungen wie die so wichtigen Frauenhäuser gefährdet. Dem Frauenring selbst wurden vom Ministerium statt der angesuchten 5.970 Euro gerade 1.000 Euro und ein Türschild genehmigt. "Beides haben wir dankend retourniert", so Oberhauser.++++

Der Österreichische Frauenring ist eine überparteiliche Dachorganisation, welche eine Vielzahl von Frauenorganisationen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik umfasst. Er repräsentiert die Österreichischen Frauenorganisationen in der EWL (European Womens Lobby). "Alleine der Beitrag, den der Österreichische Frauenring an die EWL bezahlen muss, beträgt bereits 1000 Euro", so Oberhauser.

"Die bewilligten 1.000 Euro Fördermittel betrachten wir als Affront gegen die vertretenen Organisationen im Besonderen, sowie der Frauen im Allgemeinen. Daher werden wir diese viel zu niedrige Förderungssumme nicht annehmen", sagt die Frauenring-Vorsitzende. Noch dazu, wo in dem von Rauch-Kallat gezeichneten Brief als Bedingung angeführt war, sämtliche Publikationen mit dem Logo des Ministeriums zu versehen. "Auch das beigefügte Türschild haben wir zurückgeschickt - mangels einer ‚Einrichtung’ können wir es ohnehin nicht aufhängen", so Oberhauser.

EU-Präsidentschaft: Gewalt gegen Frauen thematisieren

Trotz des negativ beschiedenen Förderansuchens erhofft sich Oberhauser eine intensive Arbeit mit dem Frauenministerium im Rahmen der EU-Präsidentschaft Österreichs. So ist für das erste Halbjahr 2006 eine Konferenz in Brüssel zum Thema "Gender mainstreaming into health policies" geplant. "Als Dachorganisation von Frauen-NGOs sind wir natürlich an einer solchen Veranstaltung interessiert und erwarten unsere Einbindung", sagt Oberhauser.

Inputs von NGOs sind in einer Demokratie selbstverständlich, feministische Frauenpolitik darf sich aber nicht auf gender mainstreaming in der Gesundheitspolitik beschränken. "Gerade Fragen der Gewalt, wie sie Frauen leider täglich in Österreich erfahren, müssen auch - und besonders - in Vorbereitung der Präsidentschaft breit diskutiert werden und solcherart thematisiert werden", schließt Oberhauser.(fk)

Wien, 21. Juli 2005

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