Stadt Wien bietet Netzwerk zur psychischen Begleitung im Alter

Jeder vierte Mensch über 80 Jahren mit Demenz; eigene Beratungsstelle für pflegende Angehörige unter Tel. 31 330

Wien (OTS) - Erfreulicherweise steigt die Lebenserwartung weiter
an. Dadurch steigt aber auch die Zahl der Menschen, die von psychischen Krankheiten im höheren Lebensalter betroffen sind. "Wie auf anderen Gebieten der Medizin sind auch bei psychischen Problemen im Alter die Früherkennung und möglichst rasche Behandlung besonders wichtig. In Wien gibt es ein umfangreiches Betreuungsangebot, das natürlich allen offen steht. Es mir wichtig, darüber zu informieren und psychische Probleme im Alter zu enttabuisieren", so Mag.a Renate Brauner, Gesundheits- und Sozialstadträtin in Wien, am Donnerstag in einem Mediengespräch.

Demenz, eine der häufigsten psychischen Alterskrankheiten, könne zwar noch nicht geheilt, aber bei rechtzeitiger Erkennung durchaus positiv beeinflusst werden, betonte Brauner und appellierte an die Betroffenen und die Angehörigen, sich nicht zu scheuen, das Angebot anzunehmen, denn "Hilfe ist immer möglich."

Psychische Probleme und Krankheiten im Alter häufig Die häufigsten psychischen Krankheiten im hohen Alter sind: Demenzen (Abbau der Gedächtnisleistung und der intellektuellen Fähigkeiten), Depressionen und Delirien (akute Verwirrtheitszustände). Man spricht von den "3 Ds".

Jeder vierte Mensch über 80 Jahren ist an einer Demenz erkrankt (davon 60 % Alzheimer-Form), ebenfalls jeder Vierte leidet an schweren Depressionen. Zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr steigt das Risiko der Erkrankungen deutlich an. Frauen sind aufgrund der höheren Lebenserwartung öfters betroffen als Männer. Verwirrtheitszustände sind besonders häufig nach Operationen und bei schweren organischen Erkrankungen. Auch die Suizidgefährdung steigt im hohen Alter an, hier besonders bei Männern.

Dichtes Angebot an Einrichtungen in Wien

In Wien bestehen zahlreiche Einrichtungen, die auf die Behandlung und Betreuung der Betroffenen spezialisiert sind. Alle acht Psychiatrischen Abteilungen in Wien haben eine spezialisierte alterspsychiatrische (gerontopsychiatrische) Station für die stationäre Behandlung. Im Geriatriezentrum am Wienerwald arbeitet eine Abteilung mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt und eine Abteilung für psychosoziale Rehabilitation. Weiters stehen in Wien zwei gerontopsychiatrische Tageskliniken, drei spezialisierte Tageszentren und vier Gedächtnisambulanzen ("Memory-Kliniken") zur Verfügung. Im "Gerontopsychiatrischem Zentrum" des PSD-Wien (Psychosoziale Dienste) gibt es auch eine eigene "Beratungsstelle für pflegende Angehörige".

Memory-Kliniken

In den Wiener Memory-Kliniken bieten ExpertInnen aus den Fachgebieten Medizin, Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie und Pflege kostenlose Beratung (kein Krankenschein notwendig) an, für alle, die sich über erste Anzeichen von Vergesslichkeit Sorgen machen. Die Unterstützung umfasst telefonische und persönliche Erstauskunft bei Gedächtnisproblemen; Abklärung von Gedächtnisstörungen; weitere Beratung und Therapieempfehlungen für Betroffene und Angehörige.

Wiener Netzwerk "Psychische Begleitung im Alter"

Das neu gegründete Wiener Netzwerk "Psychische Begleitung im Alter" ist ein Zusammenschluss von ExpertInnen, die in Wien auf dem Gebiet der Alterspsychiatrie und der psychosozialen Betreuung im Alter tätig sind.

Die Ziele sind:

o Weitere Verbesserung der Zusammenarbeit der in Wien bestehenden Einrichtungen.
o Kompetenzzentrum für alterspsychiatrische und alterspsychologische Fragen. Verbesserte Information für Betroffene, Angehörige und Helfer. Rasche Vermittlung von Hilfen.
o Schulungs- und Fortbildungsangebote für medizinische und helfende Berufe auf dem Gebiet der Alterspsychiatrie.

Besonderes Augenmerk wird auf die Information und Unterstützung der Angehörigen und Helfer gerichtet: Vier von fünf Betroffenen leben zuhause. Daher ist auch die Zusammenarbeit mit den Allgemeinmedizinern besonders wichtig.

Auskünfte und Erstberatung

Unter der Nummer der Psychiatrischen Soforthilfe (PSD-Wien) 31 330 werden Auskünfte über die Behandlungsmöglichkeiten und Erstberatung erteilt. (Schluss) hir

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