EU will "Europa der Schiene" Realität werden lassen

Österreich muss sich um Fördertöpfe bemühen, meint die Wirtschaft

Wien (PWK573) - Europas Bahnsysteme sollen vereinheitlicht werden, die EU bietet Kostenbeteiligung als Investitionsanreiz. Ziel ist es, den europäischen Schienenverkehr schneller und günstiger zu machen.

Robert Woppel, Geschäftsführer des Fachverbandes Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, begrüßt die Aussagen von Verkehrskommissar Jaques Barrot, bis zu 50 Prozent der Kosten bei der Einführung eines gesamteuropäischen technischen Standards bei Zügen und im Streckenmanagement (ETCS und ERTMS) übernehmen zu wollen. Historisch bedingt habe jedes Land seine eigene "Straßenverkehrsordnung" für die Schiene, das koste Zeit und Geld in einem liberalisierten Schienenverkehrsmarkt. Mit ETCS und ERTMS können, neben einer weiteren Steigerung der Sicherheit, auch die Kapazitäten der Infrastrukturen und damit in Folge deren Auslastung erhöht werden.

Die Grundvoraussetzungen für eine positive Entwicklung der Schiene sieht Woppel gegeben: "Es ist gut, dass in den letzten Jahren ein Sinneswandel eingesetzt hat und die Bedeutung Wiens und Österreichs als Drehscheibe für den Verkehr nach Ost- und Südeuropa erkannt wurde. Die Infrastruktur hat sich verbessert oder ist im Ausbau. Gleichzeitig haben wir auch die Möglichkeit einen besseren Anschluss ans transeuropäische Netz zu finden."

Auch Harald Bollmann, Sprecher der österreichischen Verkehrswirtschaft, will die Gelegenheit nutzen: "Nach den positiven Zusagen der EU liegt es jetzt an uns, auch wirklich ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Wir tragen die Verantwortung für Infrastrukturprojekte von gesamteuropäischer Bedeutung. Angesichts der Herausforderungen, die im nächsten Jahrzehnt auf uns zukommen, können wir jeden Cent gut gebrauchen. Die Chance ist da, wir sollten sie nutzen", appelliert der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr an die Politik.

ERTMS (European Rail Management System) und ETCS (European Train Control System) sollen das "Europa der Schiene" Realität werden lassen. Beide Systeme vereinfachen die Kommunikation und erhöhen durch automatische Abläufe die Sicherheit. Teststrecken gibt es bereits. Österreich ist dabei mit der fertigen ETCS-Verbindung zwischen Wien und Budapest in einer Vorreiterrolle. Die Umrüstung der Züge und Strecken erfordert in den nächsten zehn Jahren laut EU einen Investitionsaufwand von insgesamt 20,3 Milliarden Euro. Die Budgetierung muss allerdings noch durch das europäische Parlament abgesegnet werden. (od/hp)

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Fachverband der Schienenbahnen
Mag. Robert WOPPEL
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