Rieder: Wiener Hafen wird Top-Logistikdrehscheibe

140 Mio Infrastrukturoffensive für Wiener Hafen bis 2008; Kaianlage im Hafen Albern bereits erneuert

Wien (OTS) - "Bis Ende 2008 bauen wir den Wiener Hafen massiv aus und investieren gemeinsam mit den ÖBB insgesamt rund 140 Millionen Euro für das größte Infrastrukturprogramm in der Geschichte des Wiener Hafens. Damit werden wir die Position des Wiener Hafens als größter öffentlicher Binnenhafen Österreichs und als eine der wichtigsten Logistikdrehscheiben für die Ostregion und die neuen EU-Staaten sichern", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Montag bei der Feier zur Eröffnung der um sechs Millionen Euro komplett erneuerten Kaianlage im "Hafen Albern". Rieder eröffnete die Kaianlage gemeinsam mit den Hafendirektoren Friedrich Pacejka und Walter Edinger sowie dem Direktor der Wien Holding, Peter Hanke, und dem Direktor der Bauer Spezialtiefbau, Peter Außerlechner, dessen Unternehmen mit der Errichtung der neuen Spundwand beauftragt war.

"Mit ein Grund für den Hafenausbau ist die ausgezeichnete wirtschaftliche Entwicklung des Wiener Hafens in den letzten Jahren. So konnte die Wiener Hafen Gruppe die umgeschlagene Gütermenge im Zeitraum von 2003 auf 2004 von 3,3 Millionen auf 3,6 Millionen Tonnen steigern (+ 9%). Rechnet man noch die Gütermengen der 120 im Logistikzentrum Hafen Wien angesiedelten Unternehmen dazu, ist die Gütermenge sogar von 9 auf 10 Millionen Tonnen gestiegen. Auch das Jahr 2005 läuft hervorragend. Das Wachstum beim Containergeschäft beträgt im ersten Halbjahr 2005 rund 14 Prozent, bei der umgeschlagenen Gütermenge sogar 19 Prozent", so Rieder.

Containerterminal, Lager- und Verladeeinrichtungen, Hochwasserschutz, Schienen- und Straßeninfrastruktur

Neben der erneuerten Kaianlage im Hafen Albern stehen noch zwei weitere Großprojekte im Zentrum der Hafen-Ausbauoffensive. So erweitern Stadt Wien und ÖBB gemeinsam den Containerterminal samt der dazugehörigen Straßen- und Schieneninfrastruktur. Der Hafen Freudenau wird bis Ende 2006 mit der Errichtung eines Hafentores und der Abdichtung des Hafendammes absolut hochwassersicher gemacht. Noch heuer werden eine weitere multifunktionale Rohstoffhalle und zwei neue Verladesilos in Betrieb genommen. Bis 2008 wird auch die 2004 eröffnete Schüttgutanlage mit einem leistungsstarken Hafenkran ausgestattet.

6 Millionen Euro für die Erneuerung der Kaianlage im "Hafen Albern"

Die 1,4 Kilometer lange Kaianlage im Hafen Albern wurde in den letzten zwölf Monaten komplett erneuert. In diesem Hafen werden hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte, Zement und Stahlerzeugnisse umgeschlagen. Die alte Kaianlage war bereits mehr als 60 Jahre alt und ihr Zustand dementsprechend schlecht. Rost und die von den Schiffen über die Jahre hin verursachten Beschädigungen machten der Spundwand zu schaffen. Zur Erneuerung hat man nun eine neue Stahlspundwand vor die bestehende geschlagen. Rund 900 Verankerungspfähle fixieren die neue Kaianlage. Die Bauarbeiten wurden vom Wasser aus mit Arbeitsschiffen durchgeführt. Die Spundwand hat mit einer Fläche von 22.000 m2 - das entspricht der Fläche von dreieinhalb Fussballfeldern - eine gewaltige Dimension. Neu am Kai sind auch die nautischen Einrichtungen und die Hafenausrüstung. Dazu gehören neue Kanten- und Nischenpoller zum Anlegen und Festmachen der Schiffe, Aufstiegsleitern und Stiegenanlagen zur Versorgung der Schiffe sowie ein neuer Lattenpegel.

Übrigens: Während der gesamten Sanierungsmaßnahmen waren die Umschlagsaktivitäten im Hafen Albern in keiner Weise beeinträchtigt.

Neues Hafentor und neue Hafendammabdichtung für die Freudenau - Beginn für das 14,5 Millionen Euro-Projekt noch heuer

Der Hochwasserschutz für den Hafen Freudenau besteht aus zwei Maßnahmen. In der Einfahrt zum Hafenbecken wird ein riesiges Hafentor eingebaut, das bei Hochwasser geschlossen wird. Zusätzlich wird der Hochwasserschutzdamm, der den Donaukanal vom Hafenbecken trennt, auf einer Länge von 1,5 Kilometer und in eine Tiefe von bis zu 30 Metern neu abgedichtet und verstärkt. Denn der Damm muss dem enormen Druck standhalten, der bei Hochwasser durch den unterschiedlichen Wasserstand vor und hinter dem Damm entsteht. Die Differenz des Wasserstandes zwischen Hochwasser führender Donau und dem Pegelstand im hochwassersicheren Hafenbecken kann immerhin bis zu vier Meter betragen. Insgesamt werden rund 14,5 Millionen Euro in Tor und Damm investiert. Die Kosten teilen sich Stadt Wien und Bund zu jeweils 50 Prozent. Noch heuer wird mit den Arbeiten begonnen. Sie werden Ende 2006 abgeschlossen sein.

Hafen Freudenau ist ab 2007 absolut hochwassersicher

Nach der Fertigstellung machen Hafentor und Hochwasserschutzdamm ab dem Jahr 2007 den Hafen Freudenau auf einer Fläche von insgesamt mehr als einer Million Quadratmeter hochwassersicher. Im Hafenbecken können die vor Anker liegenden Schiffe weiter be- und entladen werden. Auch die Eisenbahngleise sowie die Bundesstraße werden nicht mehr überflutet. Davon profitieren nicht nur der Wiener Hafen selbst, sondern auch die rund 40 Unternehmen, die sich im Hafen Freudenau angesiedelt haben. Die neuen Hochwasserschutzmaßnahmen werden den Hafen Freudenau sogar vor einem sogenannten Jahrhundert-Hochwasser mit einer Durchflussmenge von 14.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schützen. Ohne Hafentor und ohne Abdichtung des Hafendammes würde bei einem solchen Katastrophen-Hochwasser der Hafen Freudenau bis zu drei Meter unter Wasser stehen. Damit verbunden wären Schäden von 239 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das Hochwasser im August 2002 hat den Hafen Freudenau bis zu eineinhalb Meter unter Wasser gesetzt und einen Schaden in der Höhe von rund 3 Millionen Euro verursacht.

Erweiterung Kombiterminal zur Verdoppelung der Containerkapazitäten

Der Containerterminal im Hafen Freudenau wird gemeinsam mit den ÖBB und der Stadt Wien zu einem Kombiverkehrszentrum erweitert und die Straßen- und Schieneninfrastruktur massiv verbessert. Die Kapazitäten im Containergeschäft können damit nahezu verdoppelt werden. Neben der Erweiterung des Terminals umfasst das Projekt auch die Verbesserung der Infrastruktur sowie die bessere Anbindung des Wiener Hafens an Schiene und Straße. Die rasche Realisierung dieses Projekts wurde im März 2005 zwischen Vizekanzler Gorbach und Bürgermeister Häupl vereinbart. Das Projekt mit einem Gesamt-Invest-Volumen von 72 Millionen Euro wird im Detail im Herbst 2005 präsentiert. Baubeginn ist für 2006 geplant.

Kennzahlen Wiener Hafen

o Zentrum Hafen Wien (Logistikzentrum mit allen rund 120 Firmen)
- Gesamtumschlag 2004: 10 Mio Tonnen (2003: 9 Mio Tonnen)

o Gruppe Wiener Hafen (Stadt Wien)
- Güterumschlag 2004: 3,6 Mio Tonnen (2003: 3,3 Mio Tonnen)
- Lagerauslastung 2004: 93 Prozent
- Containerterminal 2004: 200.000 TEU (2003: 150.000 TEU)
- Autoterminal 2004: 86.000 Fahrzeuge (2003 : 70.000)
- Umsatz 2004: 37,9 Mio Euro (2003: 35,1 Mio Euro)
- Ergebnis 2004 der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT):
6,4 Mio Euro (2003: 5,6 Mio Euro)

(Schluss) gaw

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