Neues Volksblatt: "Unfair" (von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 18. Juli 2005

Linz (OTS) - Was sagen Schulnoten über die künftige Eignung in dem erwählten Beruf aus? Nicht viel - wenn man sich Karrieren von berühmten Schulabbrechern ansieht. Daher ist ein "Numerus clausus", wie er in Deutschland jahrelang junge Menschen vom Medizinstudium abgehalten hat, alles andere als fair. Und die weitere Folge, ein Ärztemangel, dem nun mit Abwerbeaktionen aus Österreich begegnet werden soll.
Der Gipfel dieses unüberlegten Systems ist, dass nun Österreich aufgrund eines EuGH-Urteils gezwungen ist, den freien Unizugang - in bestimmten Fächern - zu beschränken. Weil sich deutsche Studenten, die zu Hause die Numerus-clausus-Hürde nicht geschafft haben, hier zu Lande gar mit Anwälten ihren Platz erstreiten wollen, wird es auch für die heimischen Studenten eng. Jetzt heißt es bereits vor der Immatrikulation vor den Unitoren zu übernachten, um einen Platz auf einer Vorliste zu ergattern.
Es kann wohl nicht sein, dass der bessere Anwalt, die ausgereiftere Ellbogentechnik oder das richtige Vitamin B den Zugang zum Studium ermöglichen. Entscheidend sollte die Eignung sein und die wird sich nicht mit einem einfachen Test überprüfen lassen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001