Gusenbauer: Regierung raubt Österreichs Jugend Zukunftschancen

"Regierungsversagen auf allen Ebenen"

Wien (SK) Auf allen Ebenen, die für junge Menschen relevant sind, sieht SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer "akutes Regierungsversagen". So wird die Lehrstellenlücke immer größer, die Jugendarbeitslosigkeit hat sich seit dem Jahr 2000 beinahe verdoppelt, die Versäumnisse in der Bildungspolitik, die seit Pisa I bekannt waren, wurden nicht ausgeräumt, sondern weiter verschärft, Studiengebühren wurden entgegen allen Versprechen eingeführt, und seit vergangener Woche ist auch der freie Hochschulzugang Geschichte. "Die Regierung Schüssel raubt den jungen Menschen in Österreich die Zukunftschancen", kritisierte Gusenbauer am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Gusenbauer warf der Regierung "völliges Versagen" in der Arbeitsmarktpolitik vor. Denn seit dem Antritt der Regierung Schüssel hat sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen beinahe verdoppelt. Seit dem Jahr 2000 stieg die Jugendarbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) von 27.731 auf 51.970 (Stand jeweils Ende Juni), das ist ein Anstieg um 87 Prozent. Gusenbauer merkte dazu an, dass die Regierung es selbst noch nicht einmal registriert hat, dass sie damit auch Österreichs Vorbildrolle in der EU verspielt hat; denn vor Schwarz-Blau war Österreich tatsächlich das Land mit der geringsten Jugendarbeitslosigkeit in der Union. "Heute sind wir weit entfernt von der Spitze", so Gusenbauer.

Und die von der Regierung durch Untätigkeit und Konzeptlosigkeit verursachte Schulmisere finde ihre Fortsetzung am Lehrstellenmarkt, erklärte Gusenbauer. Derzeit sind rund 14.000 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen, ohne betrieblichen Ausbildungsplatz. Die Lehrstellenlücke wird immer größer.

Anders als die Regierung hat die SPÖ ganz klare Vorstellungen davon, wie man der Jugend Chancen gibt, betonte Gusenbauer. "Mit dem Bildungsprogramm hat die SPÖ schon im vergangenen Jahr für die Schulen eine Zukunftsperspektive entworfen: mit flächendeckenden Ganztagsschulen, Frühförderung und individueller Förderung für die Kinder, womit auf die Stärken und Schwächen der einzelnen eingegangen werden kann", erläutere Gusenbauer.

Gegen die Lehrstellenlücke will die SPÖ mit einem Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Betrieben angehen. Damit würden letztlich wieder mehr Lehrstellen in den Betrieben angeboten und überbetriebliche Ausbildungsverbünde gefördert. "Denn von gut ausgebildeten Fachkräften profitieren alle", erläuterte Gusenbauer.

Und für die Universitäten müsse sichergestellt werden, dass möglichst alle österreichischen Maturanten, die studieren wollen, das auch dürfen, betonte der SPÖ-Vorsitzende. Die SPÖ wird dazu am kommenden Dienstag gemeinsam mit Grünen-Wissenschaftssprecher Grünewald ein Modell für den gerechten Uni-Zugang nach dem Urteil des EuGH vorstellen. (Schluss) wf

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