Grünewald: Österreich braucht mehr und nicht weniger Studierende

Rechtzeitige Verhandlungen wären hilfreicher gewesen als späte und durchsichtige Schuldzuweisungen

Wien (OTS) - "Jedem außer der Bundesregierung ist klar gewesen, dass binnen dreier Tage vor Verkündigung des EUGH Urteils kein vernünftiges Gesetz zur Regulierung von Studierendenströmen formuliert werden kann. Ohne die Definition bildungspolitischer Ziele und den Wert des freien Hochschulzugangs kann ein nationaler Bildungsplan auch nicht entwickelt werden", so der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, der angesichts der Schuldzuweisungen nach dem Fall des offenen Hochschulzuganges die Regierung zum Handeln auffordert.

"Das EuGH Urteil aber als Vehikel zu benutzen, den freien Zugang und die freie Wahl der Studienrichtung gleich zu eliminieren, ist kein guter Weg in die Zukunft und setzt das Vertrauen aller Studierenden in die Bildungspolitik in Frage", so Grünewald.
"Schon jetzt haben wir um 20.000 Studierende weniger als im Jahr 2.000 und hinken, was die Übertrittsrate an die Universitäten betrifft, dem EU-Schnitt weit hinten nach. Wenn dazu noch der ehemalige Rektorenchef Winckler meint, Österreich bräuchte 300. 000 Studienplätze, kann sich doch nicht die Regierung selbst loben, wenn nun weitere Tausende Studienwillige durch teilweise recht zweifelhafte Verfahren von Studien ausgeschlossen werden," kritisiert Grünewald.

"Österreich braucht mehr und nicht weniger Studierende. Lippenbekenntnisse zum Wert der Bildung und die geheuchelte Liebe zum freien Zugang sind aber zu durchsichtig um daran glauben zu können", meint Grünewald. Skandalös sei auch die Tatsache, dass vonseiten der Regierung keine Schätzungen des potentiellen Bedarfs an Studienplätzen anderer Studienfächer als Medizin vorgebracht wurden und dies obwohl sie die Möglichkeit gehabt hätte, diese Umstände dem EUGH vor der Urteilsverkündung kund zu tun.

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