Wiener Wissenschaftstage: Der Herbst macht Lust auf Wissenschaft

Zahlreiche Veranstaltungen vom 29. September bis 7. Oktober 2005 stellen die Wiener Wissenschaft vor

Wien (OTS) - Anlässlich seiner wöchentlichen Pressekonferenz stellte Bürgermeister Dr. Michael Häupl gemeinsam mit Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny die Wiener Wissenschaftstage 2005 vor. Sie werden vom 29. September bis 7. Oktober 2005 stattfinden und sich der Aufgabe stellen, Wien als Stadt der Wissenschaft durch eine Reihe von spannenden öffentlichen Veranstaltungen zu präsentieren. Reflexionen über die Bedingungen für WissenschaftlerInnen zur Zeit des Nationalsozialismus und in den Jahren danach, die Auseinandersetzung von SchülerInnen und Jugendlichen mit dem "Abenteuer Wissenschaft" sowie die Bedingungen für eine praxisnahe Wissenschaft im Europa der Städte und Regionen werden in Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträgen - angereichert mit vielen persönlichen Erfahrungen - illustriert.

Die "Wiener Wissenschaftstage" 2005 stehen unter dem Motto:
"Jenseits von Jubiläen - Wissenschaft und Gesellschaft in der Welt von morgen." Mit der Frage "Neugierig?" wollen die Veranstalter vor allem interessierte Bürgerinnen und Bürger einladen, mehr über die Wiener Wissenschaft zu erfahren und die Möglichkeit zu nutzen, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Inhalt und Anwendung von Forschung in unterschiedlichsten Disziplinen zu diskutieren. Die Organisation der Wissenschaftstage hat das "Wiener Wissenschaftszentrum" unter der Leitung von Mag. Andrea Holzmann-Jenkins übernommen.****

Das geplante Programm will Wissenschaft transparent, öffentlich und damit auch in seinen Fragestellungen, Auswirkungen und Anwendungsbereichen beeinflussbar zeigen. Wissenschaft ist ein Nährboden für alle Bereiche der Gesellschaft: Kultur, Wirtschaft, Technik, politische und soziale Systeme brauchen wissenschaftliche Erkenntnisse, um sich weiter zu entwickeln. Andererseits benötigt aber auch Wissenschaft die stete Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Aufgabenstellungen. Gerade die Darstellung der Wechselwirkung des gegenseitigen Nutzens, Brauchens und Inspirierens soll den BesucherInnen "Lust auf Wissenschaft" machen - die Wiener Wissenschaftstage bieten die Möglichkeit, Wissenschaft und VertreterInnen dieser Zunft hautnah zu erleben.

Bürgermeister Dr. Michael Häupl betonte, dass er den Ausbau des Wissenschafts-Standorts Wien zu seinem besonderen Anliegen gemacht hat: "Wien mit seinen Universitäten, seiner an Forschung und Entwicklung interessierten Bevölkerung und seiner hervorragenden Infrastruktur hat alle Chancen, sich noch stärker zu einem Zentrum der Wissenschaften zu entwickeln. Wir fördern das massiv, sei es auf dem Gebiet der Biotechnologie, auf jenem der Creative Industries oder der IT. Weil Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit mit Forschung verbunden ist und weil Forschung ein Klima schafft, das der Stadt ein positives Lebensgefühl gibt."

Kultur- und Wissenschafts-Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny sprach die vielfältige Bedeutung der Wissenschaften für eine lebendige Stadt an: "Wir brauchen die klugen Köpfe, um uns in allen Bereichen weiter zu entwickeln. Darum unterstützt und fördert die Stadt Ansiedlungen von head-quarters sowie vorhandene Forschungseinrichtungen. Wien verdankt seine hervorragende Position als Standort nicht zuletzt den hier angesiedelten Universitäten, den bestehenden Forschungs-Institutionen und der forschenden Wirtschaft, die gemeinsam Wien zu einer Wissens-Stadt machen."

Mag. Andrea Holzmann-Jenkins stellte das Programm der Wiener Wissenschaftstage vor und betonte, dass alle Veranstaltungen kostenlos für alle BürgerInnen offen stehen. "Wir laden die Wienerinnen und Wiener herzlich ein, sich auf der Homepage
http://www.wiener-wissenschaftstage.at/ über unser Programm zu
informieren und zu den Veranstaltungen zu kommen."

Am Beginn der Wissenschaftstage steht eine Veranstaltung im Wiener Volkstheater (29. September, abends): "Was wäre gewesen wenn..." würdigt alle jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Österreich um 1938 auf der Flucht vor dem Nazi-Regime verlassen mussten. Die in den USA lebenden Nobelpreisträger Eric Kandel und Walter Kohn, die Historikerin Alice Teichova, die in Großbritannien eine neue Heimat gefunden hat, und der Ökonom Kurt Rothschild, der nach der Emigration wieder in Wien lebt und arbeitet, werden, stellvertretend für viele andere, unter der Leitung der Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny über Wien als Wissenschaftsstadt sprechen. Den Vergehen und Versäumnissen in der Vergangenheit soll das heutige Wien mit seinen Zukunftsperspektiven gegenüber gestellt werden.

Weitere Veranstaltungen finden in der Halle E des Museumsquartiers bzw. im Rathaus statt: Ein Aktionstag in Kooperation mit dem Stadtschulrat Wien am 3.10. steht unter dem Motto "education meets science". Wiener Schülerinnen und Schüler stellen ihre Forschungsprojekte und ihre Interpretationen von Wissenschaft vor. Eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zu bildungspolitischen Themen wird diesen Tag abrunden.

Am 4.10. stehen die Sozialwissenschaften im Vordergrund. Während des Tages wird sich eine Konferenz mit dem Thema "Demokratie in Arbeit", den Konsequenzen der Flexibilisierung der modernen Arbeitswelt befassen, am Abend folgt eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wien.Mitte.Europa" mit dem Filmregisseur Istvan Szabo und den AutorInnen Eva Menasse, Arnon Grünberg und Rujana Jeger unter der Moderation von Clarissa Stadler.

Der 5.10. gilt dem Networking zwischen WissenschafterInnen und der Öffentlichkeit: Während des Tages stehen unter dem Titel "Wenn Frauen Wissen schaffen" Bedingungen und Ergebnisse disziplinen- und geschlechterübergreifenden Forschens im Mittelpunkt.

Am Abend rundet ein großes Fest für alle TeilnehmerInnen und BesucherInnen im Museumsquartier den Tag ab. Es wird Platz für Reflexionen und Blicke in die Zukunft geben. Eröffnet wird dieser Abend von einem Gespräch des Chemikers und Schriftstellers Carl Djerassi mit dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl über die Herausforderungen, die sich der Gesellschaft durch die Wissenschaften eröffnen.

Vorträge, Diskussionen und Workshops stellen am 6.10. fest:
"Sozialforschung findet Stadt" Die Anforderungen der Praxis an die Sozialwissenschaften sollen hier im Vordergrund stehen.
Der Abend beschäftigt sich im Rahmen einer Diskussion mit der Frage nach "Sozialen Innovationen in der Stadt der Zukunft" und wird mit einem Empfang des Zentrums für Soziale Innovation anlässlich seines 15-jährigen Bestehens ausklingen.

Eingebettet in die Wiener Wissenschaftstage finden im Abendprogramm zwei "Wiener Vorlesungen" statt: Anton Zeilinger referiert am 1.10. im Rahmen der "Langen Nacht der Forschung" über "Wissenschaften im Paradigmenwechsel: die Halbwertszeit wird kürzer.", Carl Djerassi spricht am 7.10. zum Thema "Die Stammesriten und -fehden in der Wissenschaft".

Das in einigen Punkten noch vorläufige Programm wird auf der Homepage http://www.wiener-wissenschaftstage.at/ laufend aktualisiert.

Zum Wissenschaftszentrum Wien

Das Wissenschaftszentrum Wien (WZW) versteht sich als Kompetenzzentrum für kommunales Wissensmanagement. Ziel der Tätigkeit des Vereins ist es, eine innovative Wissenschaftspolitik zu entwickeln und für die Stadtpolitik nutzbar zu machen. Das WZW vernetzt hierzu Wissensträger aus unterschiedlichen Disziplinen, arbeitet Forschungsergebnisse anwendergerecht auf und integriert sie in stadtpolitische Konzepte. Das WZW arbeitet interdisziplinär und in Kooperation mit nationalen und internationalen Einrichtungen aus Politik, Verwaltung, Forschung sowie mit Interessenvertretungen, Unternehmen und Nonprofit-Organisationen. Wissenschaftliche Leiterin des WZW ist Mag. Andrea Holzmann-Jenkins. Die kaufmännische Leitung liegt bei Hermann Gugler. Das Team des WZW umfasst insgesamt 13 MitarbeiterInnen. (Schluss) red

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Wissenschaftszentrum Wien
8., Strozzigasse 10/16
Tel.: 405 55 38-19
andrea.holzmann@wzw.at

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