Heinisch-Hosek zu Frauenbeschäftigung: IHS-Studie deckt massive Versäumnisse auf

Nötig ist Großoffensive statt bloßer Behübschungen

Wien (SK) Eine nicht veröffentlichte Studie im Auftrag des Frauenministeriums stellt eine weit dramatischere Situation bei der Frauenbeschäftigung dar, als sie von Seiten der Regierung zugegeben wird. "Die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Studie verwundern nicht. Sie sind durchaus stimmig mit allen bisherigen Untersuchungen - sei es von der OECD, sei es von SORA oder dem WEF. Was skandalös ist, ist das anhaltende Negieren, Wegreden oder zumindest Verharmlosen der Situation von Seiten der Regierung. Wertvolle Zeit geht dadurch verloren", sagte SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Die 'Behübschungen' Bartesteins können die bisherigen Versäumnisse jedenfalls nicht wett machen. Was Not tut ist eine Großoffensive für Frauen am Arbeitsmarkt." ****

Für Heinisch-Hosek stellt sich grundsätzlich die Frage, warum die Untersuchung im Auftrag des Frauenministeriums geheim gehalten wird. "Nachdem die Studien-Ergebnisse das aussagen, was von Seiten der SPÖ immer dargestellte wurde, befleißigt man sich offenbar des Vertuschens. Sinnvoller wäre es wohl, die Energien für wirkliche Lösungen einzusetzen." Die bisherigen Pläne und Maßnahmen der Regierung zählen für Heinisch-Hosek jedenfalls nicht dazu. Die versprochenen 15 Mio. Euro für Wiedereinsteigerinnen sollen lediglich durch Umschichtung im AMS-Budget frei gemacht werden. "Das fehlt dann wieder woanders", so Heinisch-Hosek. "Es ist ein Humbug, die Wählerinnen und Wählern glauben zu machen, es ginge auch ohne Geld."

Heinisch-Hosek verwies auf die skandinavischen Länder, hier vor allem auf Schweden. "Die schwedische Einkommensschere von 18 Prozent ist für die Schweden etwas, an dem man arbeiten muss. Für uns ist es ein Positivbeispiel, von dem man lernen kann." Das schwedische Grundrezept beinhaltet massive Förderung der Väterkarenz und der außerhäuslichen Kinderbetreuung. Die SPÖ-Frauensprecherin fordert eine Reform des Kindergelds, um es auch für Väter attraktiver zu machen; 100 Mio. Euro für Wiedereinstiegsmaßnahmen; Arbeitsstiftungen, die Frauen bei Umschulungen und Arbeitssuche begleiten; verpflichtende Beratungsgespräche noch während der Karenzierung; den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sowie ein Bundesrahmengesetz; und die Verbesserung der arbeits- und sozialrechtliche Situationen der Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen. (Schluss) up

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0007