Ö1: Schwerpunkt zum 100. Geburtstag von Elias Canetti am 25.7.

Wien (OTS) - Am 25. Juli jährt sich der Geburtstag von Elias Canetti (1905 - 1994) zum 100. Mal. Ö1 widmet dem Literaturnobelpreisträger aus diesem Anlass mehrere Sendungen:
"Gedanken für den Tag" (18. bis 23.7.), eine "Musikgalerie" (25.7.), die "Literatur-Miniatur" (25.7.), sowie das zweiteilige Hörspiel des Jahres 2002 "Die Blendung" (25.7. und 2.8.). Auch "Treffpunkt Kultur" widmet sich Canetti am 18.7. im Rahmen einer Hommage.

Bereits am Sonntag, den 17. Juli stellt Gerhard Moser in "Ex libris - das Bücherradio" die erste Biographie des Nobelpreisträgers Elias Canetti vor (18.15 Uhr, Ö1). Autor Sven Hanuschek konnte als einer der ersten den Nachlass Canettis einsehen und Freunde und Weggefährten befragen. In der im Hanser Verlag erschienenen Biographie erzählt er das Leben eines Menschen voller Leidenschaft und Energie, der trotz aller Begabung, Beziehungen zu knüpfen, immer ein Einzelgänger blieb. Er erzählt von einem Dichter, dessen Werk quer steht zu den großen Strömungen der Literatur des 20. Jahrhunderts, und er erzählt von einem exemplarischen Schicksal jüdischer Emigration, das vom kleinen bulgarischen Rustschuk nach Wien, Berlin, London und Zürich führte.

Der 100. Geburtstag Canettis bestimmt auch die "Gedanken für den Tag" von Montag, 18. Juli bis Samstag, 23. Juli (jeweils 6.57 Uhr, Ö1). Literaturwissenschafterin Constanze Fliedl spricht über den Literaturnobelpreisträger.

Die von Peter Kislinger gestaltete "Musikgalerie" am Montag, den 25. Juli (10.05 Uhr) trägt den Titel "Elias Canetti: Hudba oder Von der schönen Strenge der Musik", die Texte liest Cornelius Obonya. Nicht eben massenhaft, aber dafür umso gewichtiger sind die Bemerkungen Canettis über die Macht der Musik. Macht in ihrer zupackenden Art sah er bei den Musikproduzierenden und sich mit Musik Produzierenden. So fand Canetti im Tun des Dirigenten den anschaulichsten "Ausdruck für Macht", wenn auch in "symbolisch gemilderter Form". Schon weniger symbolisch, schon gar nicht gemildert, sind in Canettis Erinnerung die Machtausübungen Alma Mahler-Werfels, Ernst Kreneks oder des Dirigenten Hermann Scherchen. Nach der Begegnung mit Alban Berg und unter dem Eindruck der Musik Janaceks, Ravels, Strawinskys und Bartoks wurde Canetti klar, dass er "im Drama etwas verwirklichen wollte, was aus der Musik stammt".

Ebenfalls am 25. Juli sind in der "Literatur-Miniatur" um 16.55 Uhr Auszüge aus Canettis "Über die Dichter" (Hanser Verlag), gelesen von Wolfram Berger, zu hören. Um 19.30 Uhr folgt der erste Teil des Hörspiels "Die Blendung" (2. Teil am 2.8., 20.31 Uhr, Ö1). Canettis Roman "Die Blendung" - die Hörspielbearbeitung stammt von Helmut Peschina - erzählt von dem in der Welt seiner Bücher vergrabenen berühmten Sinologen Kien. Von seiner Haushälterin Therese zur Ehe verführt, wird er mit den Widrigkeiten des alltäglichen Lebens konfrontiert. Die Bosheit Thereses sowie Neid und Missgunst bizarr-grotesker Gestalten aus dem kleinbürgerlich-subproletarischen Wiener Milieu lassen ihn schließlich zerbrechen. Am Ende bleibt ihm nur die Flucht in den Wahnsinn. Er legt Feuer an seine gewaltige Bibliothek, die das Wissen der größten Denker der gesamten Welt beherbergt hat und verbrennt mit seinen Büchern. In dieser Koproduktion von NDR/DLR-Berlin/BR und ORF sind in der Regie von Robert Matejka Peter Simonischek, Felix von Manteuffel, Libgart Schwarz, Fritz Karl, Wolfgang Böck, Robert Meyer, Hanna Tomek, Wolfgang Michael und Peter Matic sowie Karl Ferdinand Kratzl, Hermann Schmid, Brigitte Swoboda, Peter Strauß, Volker Schmidt, Leslie Malton, Chris Pichler, Valentin Scholz, Karl Menrad, Alexander Bernard und Radovan Grahovac zu hören. "Die Blendung" wurde 2002 zum "Hörspiel des Jahres" gewählt.

Auch "Treffpunkt Kultur" widmet sich dem 100. Geburtstag Canettis und beleuchtet am 18. Juli, um 22.30 Uhr in ORF 2 im Rahmen einer Hommage besonders seinen Bezug zu Wien.

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