Einkommen und Geschlecht: Heinisch-Hosek - Einkommen von Frauen erhöhen, Einkommensschere schließen

Moser - Ohne Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze keine Verteilungsgerechtigkeit

Wien (SK) Angesichts der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern gelte es grundsätzlich, das Einkommen von Frauen zu erhöhen und Maßnahmen zur Weiterbildung von Frauen zu setzen, betonte SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Montagabend im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion mit dem Titel "Strategien für mehr Einkommensgerechtigkeit in Österreich" anlässlich einer Enquete der SPÖ im Renner-Institut zum Thema "Einkommen und Geschlecht". Heinisch-Hosek sprach sich im Sinne einer Bewusstseinsbildung für eine Forcierung der Werbemaßnahmen für Gleichbehandlung aus sowie für "neue Wege bei der Vereinbarkeit" zwischen Beruf und Familie. Weiters gelte es, hinsichtlich der "Aus- und Weiterbildung, der Beschäftigungssituation und der Pensionen von Frauen" tätig zu werden, so Heinisch-Hosek mit Hinweis auf ausgearbeitete und lösungsorientierte Programme der SPÖ. Zudem seien "100 Millionen Euro für den Wiedereinstieg" von Frauen ins Berufsleben sowie eine ausreichende Zahl an Kinderbetreuungsplätzen bereitzustellen, so Heinisch-Hosek. Es könne nur "verteilt werden, was an Werten geschaffen wird", unterstrich SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser. "Ohne neue Arbeitsplätze" und Wirtschaftswachstum sei auch keine "Verteilungsgerechtigkeit" möglich. Unter der Moderation von Tessa Prager diskutierten weiters: Monika Kemperle (GMT = Gewerkschaft Metall-Textil)und Regine Bendl (Wirtschaftsuniversität Wien). ****

Heinisch-Hosek - "100 Millionen Euro für Wiedereinstieg" von Frauen bereitstellen

Es gelte, auf eine Verbesserung der Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation von Frauen abzustellen, bekräftigte SPÖ-Frauen-und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek, die hierzu eine Reihe von Forderungen präsentierte. So müssten "100 Millionen Euro für den Wiedereinstieg" von Frauen ins Berufsleben - "egal nach welchen Pausen" - bereitgestellt werden. "Arbeitsstiftungen für Frauen" müssten "forciert und finanziert werden, aber auch Maßnahmen zur "arbeits- und sozialrechtlichen Absicherung von Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen" gesetzt werden, machte Heinisch-Hosek deutlich. Darüber hinaus gelte es, ausreichend Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung zu stellen - und das nicht nur für die Drei- bis Sechsjährigen, so Heinisch-Hosek, die sich auch für ein Informationsgespräch aussprach, das jeder Kindergeldbezieherin Aufschluss geben soll - etwa über Job- und Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

In Österreichs Wirtschaft hätten "die Männer das Sagen", betonte Heinisch-Hosek mit Blick auf den Umstand, dass nur sehr wenige Frauen in Top-Positionen anzutreffen seien. Auch von Arbeitslosigkeit seien Frauen in höherem Maße betroffen als Männer; darüber hinaus verfügten Frauen über Einstiegsgehälter, die deutlich geringer seien (bis zu 18 Prozent) als die Gehälter von Männern. Zudem ginge die angebliche "Jahrhundert-Steuerreform" der Bundesregierung großteils an den Frauen vorbei: "1,6 Millionen Frauen haben nichts von der Reform", kritisierte Heinisch-Hosek. Hier sei umgehend eine "Verdoppelung der Negativsteuer" durchzuführen.

Österreich liege in Sachen Gleichbehandlung innerhalb der EU-Staaten (ohne Zypern) an drittletzter Stelle, zeigte Heinisch-Hosek auf. Hier gelte es, durch "innovative Werbemaßnahmen" für Gleichbehandlungsfragen bewusstseinsbildend zu wirken. Zudem müsste bereits in der Erziehung und Bildung angesetzt werden, um "Mädchen für technische Berufe zu interessieren und fit zu machen", so Heinisch-Hosek, die sich für die Möglichkeit von "Teilzeitarbeit in Führungspositionen" sowie für "transparente Lohnverhältnisse" und "diskriminierungsfreie Arbeitsbewertungs-Instrumente" aussprach. Generell müsse es darum gehen, "traditionelle Denkmuster aufzubrechen", Gender-Mainstreaming und "best-practice-Beispiele" zu berücksichtigen.

Moser - Konzertierte Maßnahmen zur "Verringerung der Gender-Gap"

Ohne Wirtschaftswachstums und "ohne neue Arbeitsplätze" könne es keine "Verteilungsgerechtigkeit" geben, verdeutlichte SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser mit Blick darauf, dass der derzeit gegebene Rückstau im Infrastrukturbereich und die Ausverkaufspolitik keine Arbeitsplätze hervorbrächten. Auch die Umverteilungspolitik von unten nach oben "hemmt das Wachstum", so Moser, der zudem das "permanente Reduzieren des öffentlichen Sektors" und die "Ausgliederungen" kritisierte. Diese Problembereiche führten in der Kumulation zu einem massiven Arbeitsplatz-Abbau, führte Moser aus.

Es gelte hier, verschiedene Maßnahmen "in einer konzertierten Aktion zusammenzufassen", um eine "Verringerung der Gender-Gap" zu erreichen, so Moser, der etwa die Forcierung "flächendeckender Kinderbetreuung" als eine Maßnahme nannte, die auch neue Arbeitsplätze schaffe. Zudem müsste eine bessere Personal-Entwicklung (Umschulungen in Richtung Höherqualifizierung) betrieben werden, auch müssten "ausgebildete Leute in Funktion gebracht werden" - so könnten etwa Frauen in Führungspositionen gezielt weiblichen "Führungsnachwuchs fördern", erläuterte Moser. Zudem müsse man wieder zu einer "produktivitätsorientierten Lohnpolitik" kommen, so Moser, der sich für transparente Einkommensberichte auch in der Privatwirtschaft aussprach, auf Basis derer diskutiert und in Richtung Schließen der Einkommensschere bewusstseinbildend gearbeitet werden könne.

Kemperle, Bendl - Frauendiskriminierung stoppen

Monika Kemperle von der Gewerkschaft Metall-Textil verwies darauf, dass in den einzelnen Kollektiv-Verträgen Arbeitsbewertungs-Verfahren inkludiert seien, die von vornherein in Richtung Frauendiskriminierung wirksam seien. Hier gelte es, in den Kollektiv-Verträgen über neue Bewertungsverfahren frauenspezifische Kriterien einfließen zu lassen, um Diskriminierung zu vermeiden.

Regine Bendl (Wirtschaftsuniversität Wien) forderte die Beseitigung von "frauendiskriminierenden Momenten bei Arbeitsbewertungs- und Eingruppierungsverfahren", die gegenwärtig weder objektiv, noch diskriminierungsfrei seien - und damit auch gesellschaftliche, patriarchalische Macht- und Diskursverhältnisse reflektierten und fortschrieben, so Bendl abschließend. (Schluss) mb

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