Neues Volksblatt: "Staatsmann" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 11. Juli 2005

Linz (OTS) - Seit Wochen singen SPÖ und Grüne im Duett das Lied von der unsicheren Bundesregierung, die vor oder während der österreichischen EU-Präsidentschaft in der ersten Hälfte des kommenden Jahres auseinanderbrechen werde, womit der österreichische EU-Auftritt zur nationalen Blamage werden könnte.
Jeder hat Wünsche. Der Wunsch von Oppositionsparteien ist das Auseinanderbrechen der Regierung; in der Hoffnung, dann selbst ans Ruder zu kommen.
Wie realistisch die rot-grüne Propaganda ist, sagte Bundespräsident Heinz Fischer gestern in der Fernseh-Pressestunde klipp und klar: Er rechne nicht mit vorzeitigen Neuwahlen, der österreichischen EU-Präsidentschaft sehe er mit Zuversicht entgegen.
Heinz Fischer hätte sich um das Thema auch herumschwindeln können; bei einem ehemaligen stellvertretenden SPÖ-Vorsitzenden hätte man sogar einigermaßen Verständnis dafür gehabt, dass er dem SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer nicht direkt widerspricht.
Umso höher muss man es Heinz Fischer anrechnen, dass er im roten Neuwahl-Nebel für Klarheit gesorgt hat. Das zeigt, dass er den Sprung vom SPÖ-Politiker zum Staatsmann geschafft hat.

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