Mitterlehner: Freien Hochschulzugang für Leistungswillige und Leistungsfähige erhalten

WKÖ für selektive Studieneingangsphase - Kontingente auch an Bedürfnissen des Arbeitsmarkts orientieren

Wien (PWK543) - In einer ersten Reaktion auf das negative Urteil
des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum freien Hochschulzugang in Österreich fordert Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Maßnahmen zur Qualitätssicherung an den heimischen Universitäten. "Es nützt niemandem, wenn ganz Österreich jetzt in Panik verfällt und verbal auf die EU eindrischt. Vielmehr müssen wir Regelungen finden, um die Qualität der österreichischen Hochschulen dauerhaft auf Spitzenniveau zu halten."

Am freien Hochschulzugangs ist aus Sicht der Wirtschaftskammer prinzipiell festzuhalten. "Wer leistungswillig und leistungsfähig ist, muss auch in Zukunft studieren können", sagte Mitterlehner. Die Anzahl der Studienplätze könne jedoch nicht beliebig aufgestockt werden, ohne dass Verluste in der Qualität des Studiums und den Karrierechancen der Absolventen in Kauf genommen werden müssen.

Der Vorschlag des Ministeriums, die Festlegung von Kapazitätsgrenzen für jene Fächer zu erlauben, die in Deutschland dem Numerus Clausus unterliegen, wird von der Wirtschaft deshalb ausdrücklich unterstützt. Allerdings mit einigen Zusatzforderungen. So müsse das erstens eine kurzfristige und zeitlich beschränkte Maßnahme sein, um einen möglichen Ansturm für die kommenden Semester zu verhindern. Und zweitens: Bei der Festlegung der Zahl der Studienanfänger dürfe man sich nicht ausschließlich an den organisatorischen Gegebenheiten der Universitäten orientieren. "Arbeitsmarktrelevante Aspekte wie die Beschäftigungsperspektiven sind bei der Festlegung der Kontingente angemessen zu berücksichtigen", insistiert Mitterlehner.

Eine Kontingentierung ohne qualitätssichernde Maßnahmen ist aus WKÖ-Sicht nicht sinnvoll. Die Wirtschaftskammer spricht sich daher -als Ergänzung zur Kontingentregelung - für die generelle Einführung einer Studieneingangsphase mit selektivem Charakter aus. Wobei gilt:
Wenn sich die österreichischen Universitäten die Studierenden aussuchen sollen, so muss dies in einem transparenten, wettbewerbsorientierten und leistungsbezogenen Verfahren erfolgen.

Ein freier Hochschulzugang ohne selektive Möglichkeiten der Universitäten würde indes der Reputation des gesamten Wissenschaftsstandortes Österreich schaden. "Der Ruf eines Hochschulwesens für Studienflüchtlinge in Europa wäre die Folge. Und diesen Ruf werden wir dann nicht mehr so schnell los", warnte der WKÖ-Generalsekretär.

Abschließend wies Mitterlehner darauf hin, dass Österreich mit einem Ausländeranteil von fast einem Fünftel der Studierenden an den heimischen Universitäten international gesehen schon jetzt im absoluten Spitzenfeld liegt. (SR)

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