Österreichs Lackindustrie setzt 2004 Wachstum fort: Plus 2,7 Prozent auf 361 Mio. Euro Produktionswert

Hohe Exportdynamik und starker Importdruck waren prägend - REACH stellt Branche vor erhebliche Unsicherheiten - Verhaltener Optimismus für 2005

Wien (PWK537) - Auf ein insgesamt zufrieden stellendes Jahr 2004 kann die österreichisch Lack- und Anstrichmittelindustrie zurückschauen: Die 28 Unternehmen der Branche mit insgesamt rund 3.000 Mitarbeitern steigerten im Jahr 2004 die Produktionsmenge um 2,3 Prozent auf 127.000 Tonnen und den Produktionswert um 2,7 Prozent auf rund 361 Mio. Euro und konnten so das leichte Wachstum vom Vorjahr fortsetzen.

Der Motor für diese Entwicklung waren die Exporte - vor allem in die neuen EU-Länder, wo viele österreichische Unternehmen bereits seit Jahren mit Produktionsstätten und Vertriebsstellen vertreten sind. Hier waren vereinzelt Steigerungsraten von annähernd 50 Prozent zu verzeichnen (Tschechische Republik +48 Prozent, Slowakei +26 Prozent, Ungarn +17 Prozent). Insgesamt konnten die Ausfuhren der Branche im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent auf 67.953 Tonnen in der Menge und um 4,9 Prozent auf 187 Mio. Euro im Wert erhöht werden.

Wenig Fantasie herrschte hingegen im gesättigten Inlandsmarkt, wo die Nachfrage 2004 um 3,8 Prozent auf 131.045 Tonnen zurückging. Hier machte besonders der starke Importdruck aus Deutschland zu schaffen. Aus Deutschland kommen mit 79.192 Tonnen die meisten Importe. Daneben drückten der hohe Ölpreis und die Lieferengpässe bei wichtigen Rohstoffen durch die starke Nachfrage aus den asiatischen Staaten -insbesondere aus China - ebenso auf das Gesamtergebnis wie die hohen Stahlpreise, die Stahlblechverpackungen um bis zu 45 Prozent verteuerten. Da die Rohmaterial-, Gebinde-, Transport- und Energiekosten zusammen weit mehr als die Hälfte der Gesamtproduktionskosten ausmachen, kam die Lack- und Farbenindustrie im Jahr 2004 unter enormen Kostendruck.

"Die Unternehmen der Branche in Österreich haben ihre Hausaufgaben gemacht und die Chancen, die sich vor allem in den Ostmärkten ergeben haben, genutzt. Dass das Ergebnis nicht besser ausfällt, hängt vor allem mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zusammen. Alles in allem können wir mit dem leichten Anstieg im Jahr 2004 zufrieden sein", erläutert Ing. Hubert Culik, Geschäftsführer von Rembrandtin Lack.

Für das Jahr 2005 erwartet die Lackindustrie nur wenig Impulse und moderate Steigerungen. Im ersten Quartal erzielte die Branche ein Wachstum von 1,5 Prozent. Ab dem Jahr 2006 kommen auf die Unternehmen der Lack- und Anstrichmittelindustrie zudem weitere Belastungen durch die geplante europäische Chemikalienpolitik REACH ("Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien") sowie durch die Umsetzung des Biozid-Produkt-Gesetzes in Österreich zu. "Vor dem Hintergrund eines weiterhin schwierigen Marktumfeldes sehen wir der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen", erklärt Dr. Klaus Schaubmayr, zuständig für die Berufsgruppe Lack- und Anstrichmittelindustrie im Fachverband der chemischen Industrie. "REACH und das Biozid-Produkt-Gesetz stellen die gesamte Branche vor große wirtschaftliche und planerische Unsicherheiten. Es ist an der Zeit, dass die Politik eine klare Linie findet, damit die österreichischen Unternehmen im Wettbewerb bestehen können."
(us)

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