JAKOB AUER: WAS WOLLEN SIE, HERR GUSENBAUER?

SPÖ-Chef redet von multifunktioneller Landwirtschaft, fordert aber Agrarindustrie

Wien, 6. Juli 2005 (ÖVP-PK) Ein Loblied auf die gute österreichische multifunktionelle Landwirtschaft zu singen, im gleichen Atemzug aber nach Einführung einer Agrarindustrie nach britischem Vorbild zu heischen, ist eines SPÖ-Vorsitzenden nicht würdig. "Alfred Gusenbauer muss den heimischen Bauern endlich erklären, was er wirklich will", sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Abg. Jakob Auer mit dem Hinweis, dass die SPÖ-Forderung nach Halbierung der Agrarförderungen ein gezielter Vernichtungsangriff auf eine halbe Million Arbeitsplätze im ländlichen Raum darstellt. ****

Die britische, vorwiegend auf Großgrundbesitz basierende Agrarwirtschaft sei weder für Österreich noch für Europa ein Vorbild. Während ein Bauer in Großbritannien im Durchschnitt rund 70 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, sind es in der EU rund 19 und in Österreich rund 17 Hektar. 91 Rinder stehen in britischen Ställen. EU-weit sind es 52 und in Österreich 21 Stück pro Hof. Bei den Milchkühen ist es ähnlich: Das Verhältnis liegt bei 72 Kühen in Großbritannien zu 28 in der EU und neun Kühen in heimischen Ställen. 574 Schweine werden in England pro Betrieb gehalten, in der EU sind es 123 und in Österreich 40 Stück. "Dieser Strukturunterschied erklärt, warum der britische Premier Tony Blair seine Agrarindustrie auch in Europa einführen möchte. Aber für uns kommt das nicht in Frage", erinnert Auer daran, dass es die sozialistischen Regierungen in London und Berlin waren, die eine Deckelung der Förderungen für Großbetriebe in der EU verhindert haben.

Österreich hat auf die Förderung der ländlichen Entwicklung gesetzt, indem 65,5 Prozent der Finanzmittel in Umwelt- und Bergbauernförderprogramme fließen. Lediglich 34,5 Prozent der 500 Millionen Euro EU-Agrarfördergelder fließen in die Marktordnung wie etwa Flächenprämien. Damit unterscheidet sich Österreich stark von den Förderprinzipien anderer EU-Länder. "Eine Abkehr von dieser erfolgreichen österreichischen Agrarpolitik würde hunderdtausende Arbeitsplätze vernichten und die Entwicklung des ländlichen Raumes, Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit massiv gefährden. Ich fordere Alfred Gusenbauer auf, nicht weiter nach Großbritannien zu schielen, sondern sich wieder den Fragen der heimischen Landwirtschaft zu stellen. Sich gegen eine Weiterentwicklung der bäuerlichen Familienbetriebe zu stellen, ist auf jeden Fall höchst kontraproduktiv", schloss Auer.
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