Verkehrsträger wollen stärker kooperieren

Straße, Schiene, Wasserstraße aus der Sicht des jeweils anderen - Symposium über die Zukunft des Verkehrs im Haus der Wirtschaft

Wien (PWK535) - "Zukunft Verkehr" war das Thema eines Symposiums,
zu dem am Dienstag Nachmittag die Bundessparte Verkehr, das Verkehrsministerium und die Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft ins Haus der Wirtschaft geladen hatten. Vertreter aus allen Bereichen der Branche sprachen über die zukünftigen Anforderungen an die Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasserstraße. Das Besondere an dieser Veranstaltung: Die Fachleute referierten nicht über ihr eigenes Gebiet, sondern formulierten ihre Vorstellungen zu den jeweils anderen Verkehrsträgern.

Eröffnet wurde der Nachmittag durch Harald Bollmann, Bundesobmann der Sparte Transport und Verkehr, der in seiner Einleitung die Bedeutung der Verkehrswirtschaft für den Wirtschaftsstandort Österreich und die Erhaltung hochwertiger Arbeitsplätze hervorhob. Künftige Herausforderungen sieht Bollmann unter anderem in der ausreichenden Verfügbarkeit von Verkehrsinfrastruktur, notwendigen Security-Massnahmen und einer optimierten Vernetzung der Verkehrsträger.

Franz Lückler, Vorstandsdirektor der Asfinag sprach über mögliche Synergien zwischen Straße und Schiene. Wünschenswert sei eine ausgedehntere Zusammenarbeit vor allem bei gemeinsamen Bauvorhaben, bei der Kommunikation und in der besseren Anbindung an Verkehrsknotenpunkte. Zur Situation der Asfinag selbst meinte er:
"Wir wollen uns weiterhin als kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen präsentieren. In der Zukunft muss unser Augenmerk verstärkt auf Verkehrssteuerung und -information liegen" Für die Bahn regte Lückler eine Erneuerung des Rollmaterials und eine bessere Abstimmung der Fahrpläne an.

In die gleiche Kerbe schlug auch der Vertreter der Bahn. Stefan Wehninger (Personenverkehr) betonte die Notwendigkeit der Intermobilität und der besseren Abstimmung der Angebote. Zusätzliches Verkehrsaufkommen und unnötige Umweltbelastung könnten dadurch vermieden werden. Wehninger kritisierte die mangelnde Verkehrsplanung bei Bauvorhaben: "In den Niederlanden ist der Neubau eines Einkaufszentrums ohne Anbindung an den öffentlichen Verkehr undenkbar. Auch soziale Projekte und solche der öffentlichen Hand würden ein besseres Verkehrskonzept benötigen." Generell müsse es mehr Fairness zwischen den Verkehrsträgern geben.

Wolfram Mosser vom Fachverband Schifffahrt bekräftigte erneut den Handlungsbedarf im Bereich der Donau: "Der Ausbau der Infrastruktur brennt uns unter den Nägeln. Es fehlt eine ausreichende Anbindung an Strasse und Schiene. Die Zeit, die die Schiffe bei den Schleusen verlieren, ist viel zu lang." Mosser wies auch auf die dürftige Finanzierung in diesem Bereich hin, im Vergleich zur Straße würde das besonders klar. Während zum Ausbau des hochrangigen Straßennetzes über 800 Millionen Euro zur Verfügung stehen, gebe es für die Wasserwege gerade einmal 1,7 Millionen Euro jährlich. "Dieses Verhältnis muss fairer werden, sonst wird die Schifffahrt weiter schlafen," gab Mosser zu bedenken.

Im Rahmen der von Bundesspartengeschäftsführer Erik Wolf moderierten Veranstaltung wurde eine aktuelle Studie der Technischen Universität Wien präsentiert. Georg Hauger, Bardo Hörl und Michael Klamer verglichen dabei die hochrangige Straßen- und Schieneninfrastruktur sowie die Organisation des Verkehrs in Österreich und seinen Nachbarländern: "Der Blick über die Grenzen ist schon bei der Bedarfserhebung wichtig. Verschiedene Finanzierungsmodelle bei Bau und Erhaltung müssen verglichen und das Bestmögliche gefunden werden. Entscheidend ist der effiziente Einsatz der Mittel." (hp)

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