Internationales Kompetenzzentrum für wissenschaftliche Vogelforschung in Kärnten geplant

LHStv. Strutz und StR Mathiaschitz-Tschabuschnig: Klagenfurt bekommt österreichweit erste und einzige Vogelwarte - Natura 2000-Nominierung von Gebiet Lendspitz-Maiernigg

Klagenfurt (LPD) - Österreichs erste und einzige Vogelwarte als internationales Kompetenzzentrum für wissenschaftliche Vogelforschung im Alpen-Adria-Raum soll in Klagenfurt errichtet werden. Naturschutzreferent LHStv. Martin Strutz und Klagenfurts Stadträtin Maria-Luise Mathiaschitz-Tschabuschnig erklärten heute, Mittwoch, in einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass das Natura 2000-Projekt Lendspitz-Maiernigg dafür die besten Voraussetzungen habe.

Für dieses Gebiet spreche die zentrale Lage mit Anbindung an Eisenbahn und Flughafen, so Strutz und Mathiaschitz-Tschabuschnig unisono. Die wichtigsten Institutionen auf dem Gebiet der Vogelforschung, wie Sempach in der Schweiz, Radolfzell am Bodensee, Bologna oder Seewiesen in Südbayern, seien dadurch rasch erreichbar. Zudem liege das Gebiet Lendspitz-Maiernigg in unmittelbare Nähe der Universität und des Lakeside Parks, die optimal in die wissenschaftliche Aufbereitung eingebunden werden könnten. Die vorherrschende Verlandungsvegetation (große pluralistische Flora und Fauna) sei einmalig, ähnliches gebe es im gesamten Seebereich nur noch im Natura 2000-Gebiet Walterskirchen.

Geplant sei es, aus dem Landschaftsschutzgebiet ein Natura 2000-Gebiet zu machen und die Nominierung Lendspitz-Maiernigg zu realisieren. Europaweit sind rund 19.000 Schutzgebiete in das Natura 2000-Netz eingebracht. Kärnten hat bisher 29 Gebiete genannt, Lendspitz-Maiernigg ist das 30. davon. Für die Ausweisung als Europaschutzgebiet ist das Land zuständig.

"Dieses Projekt ist für Stadt und Land touristisch und volkswirtschaftlich von großen Nutzen, deshalb sage ich sowohl ideell als auch materiell meine Unterstützung zu", betonte Naturschutzreferent Strutz. Ein Europaschutzgebiet Lendspitz sei einmalig in Österreich und eine wissenschaftliche Aufwertung. Hintergrund der Natura 2000 sei die Erhaltung und Bewahrung der Artenvielfalt, die rapide abnehme. So seien bereits 48 Prozent der Vogel- und 45 Prozent der Schmetterlingsarten in Europa vom Aussterben bedroht. "Mit der Unter-Schutz-Stellung dieser rund 78 Hektar großen Fläche wird der Natur- und Naherholungsraum der Klagenfurter dauerhaft gesichert", betonte Strutz. Die Finanzierung dieses Projektes sei bereits abgesichert und erfolge teilweise über EU-Mittel (Projekt wird im Herbst eingereicht), Beiträge der Stadt und des Landes (Naturschutzbudget) sowie des Bundes.

"Ich bin überzeugt, mit diesem Projekt ein Jahrhundertprojekt umsetzen zu können", so Stadträtin Mathiaschitz-Tschabuschnig. Um die Vogelwarte realisieren zu können, müsse der vorhandene Campingplatz entsprechend umgestaltet werden. Geplant sei eine "Natura 2000-Halle" als Bildungseinrichtung für Veranstaltungen und Dauerinformationen, Kärnten bekäme damit ein eigenes Natura 2000 Info-Zentrum. Weiters soll ein begehbarer Teich errichtet werden, um den Lebensraum Wasser besser verstehen zu können, zudem soll ein Bereich für "Allerweltsvögel, Raritäten und Irrgäste" errichtet werden. Dadurch ergebe sich die Möglichkeit, die Thematik für die Klagenfurter Bevölkerung erfassbar und greifbar zu machen und einen touristischen Nutzen zu ziehen.

"Naturschutz kann nur überleben, wenn mit verschiedenen Interessensvertretungen (Tourismus) kooperiert wird", betonte Klaus Krainer von der ARGE Naturschutz. Somit könnten die beiden Projekte Konferenzzentrum und Vogelwarte (getrennt durch den Lendkanal) nebeneinander existieren, zwei unterschiedliche Bereiche ansprechen und sich ergänzen.

Eine Vogelwarte ist eine wissenschaftliche Institution zur Durchführung von Langzeitstudien an Vögeln, insbesondere Erforschung des Vogelzuges und der Erfassung von Vogelbeständen. Erforscht und dokumentiert werden auch die dramatischen Veränderungen in den Lebensbedingungen und Lebenszyklen der Vögel. In Österreich wird der Rückgang der Vogelpopulationen erkannt und beklagt, jedoch wird wenig Geld in diese Forschung investiert. Österreichs Wissenschafter und Vogelschützer brauchen eine Institution, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt, Klagenfurt könnte dieser Standort werden.
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