ARBÖ: Diskonter helfen Spritpreise senken

Wo die Spritpreise im Ausland billiger und teurer sind - Spritspartipps

Wien (OTS) - Je mehr Diskonter es in einem Bundesland gibt, desto günstiger sind die Spritpreise. Das stellte der ARBÖ anhand einer aktuellen Analyse seiner ARBÖ-Spritpreisbörse und den neuesten Tankstellendaten der Wirtschaftskammer fest. "Eine einzelne Billigtankstelle allein bewirkt noch keinen Wettbewerb", fasst ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar das Ergebnis zusammen. Vor allem dann nicht, wenn nur eine einzige Treibstoffsorte - zum Beispiel nur Diesel allein- angeboten wird.

Knapp 41 Prozent aller 2815 heimischen Tankstellen entfallen auf Diskonter wie Avanti, Jet, Avia, IQ, 59 Prozent gehören zu den Markentankstellen wie OMV, BP, Shell, Esso, AGIP usw. Niederösterreich, die Steiermark, Oberösterreich und das Burgenland haben einen überdurchschnittlich hohen Diskonter-Anteil zwischen 49 (NÖ) und44 (Burgenland) Prozent. Dr. Hellar: "Das sind lauter Bundesländer, in denen laut ARBÖ-Spritpreisbörse die historisch hohen Zapfsäulenpreise noch am relativ günstigsten sind". Wien weist zwar mit 36 Prozent nur unterdurchschnittlich viele Diskonttankstellen auf, gehört aber trotzdem zu den günstigen Treibstoff-Regionen Österreichs. Allem Anschein nach sind dies Diskonter aber so gut über die ganze Stadt verteilt, dass es ihnen gelingt, das gesamte Spritpreisniveau zu drücken.

In Kärnten haben die Diskonter (inklusive die fürs Publikum geöffneten Straßenmeistereien) einen unterdurchschnittlichen Diskontanteil von 34 Prozent. Das genügt aber nicht, um das Treibstoff-Niveau landesweit zu senken, wiewohl sich günstige Tankoasen rund.um Spittal und Villach herausbilden. Dr. Hellar :"Eine Schwalbe macht eben noch keinen Sommer".

Am schlimmsten bestellt ist es um die Autofahrer im Westen des Landes: Salzburg, Vorarlberg und Tirol haben einen nur mickrigen Anteil an Diskontern von 25,5 (Salzburg) und 22 Prozent (Tirol). Sie weisen nach übereinstimmenden Untersuchungen des ARBÖ und der Arbeiterkammer das höchste innerösterreichische Preisniveau auf. Dr. Hellar: "Mehr Wettbewerb ist dringend nötig, zumal die Tankstellenketten in diesen Regionen überdurchschnittlich vom Tanktourismus profitieren. Wie kommt die Bevölkerung dieser Bundesländer dazu, ein künstlich erhöhtes Treibstoffniveau erleiden zu müssen, nur weil die Spritpreise in den angrenzenden Staaten noch höher sind?"

Anteil der Diskonttankstellen in den Bundesländern:

Bundesland Tankstellen Anteil der Diskonter Niederösterreich 649 49,15% Steiermark 520 49,04% Oberösterreich 519 44,32% Burgenland 109 44,04% Wien 255 36,08% Kärnten 220 34,09% Salzburg 180 25,56% Vorarlberg 92 23,91% Tirol 271 22,88% Gesamt 2815 40,82%

Tanken im Ausland

In 18 europäischen Staaten kann man derzeit günstiger tanken als in Österreich. In neun Staaten sind die Spritpreise derzeit teurer und in sechs Ländern ist nur eine Treibstoffsorte, entweder Diesel oder Benzin günstiger. Das geht aus einer aktuellen ARBÖ-Erhebung über die Treibstoffpreise in Europa hervor .

Wer nach Italien, Deutschland, Ungarn, Frankreich, Schweden Dänemark, Norwegen oder gar in die Türkei fährt, muss mit durchwegs höheren Spritpreisen rechnen als in Österreich. Der Nachbarstaat mit den günstigsten Spritpreisen ist derzeit Slowenien (bei Diesel) sowie die Slowakei und Tschechien (bei Eurosuper). Aber auch in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Polen, Griechenland und Spanien kommt das Tanken billiger. Besonders attraktiv sind die Spritpreise in Russland, Lettland, Bulgarien und Estland.

In der benachbarten Schweiz und Lichtenstein ist die Situation gespalten: Diesel ist in der Schweiz und Lichtenstein deutlich teuer, während Eurosuper in diesen beiden Nachbarstaaten deutlich billiger ist. Umgekehrt ist die Situation in den Niederlanden, Belgien, Finnland und Portugal, in denen Eurosuper mehr kostet als in Österreich, während Dieselfahrer in diesen Staaten günstiger fahren.

Um den Urlaubern einen realistischen Vergleich zu bieten, hat der ARBÖ nicht die Höchstpreise an den Autobahntankstellen verglichen, sondern die durchschnittlichen Preise der Länder.

Tipps zum Sprit sparen

* Bereits beim Autokauf ein Fahrzeug mit möglichst niedrigen Kraftstoffverbrauch auswählen.

* Auf den richtigen Reifendruck achten. Ein zu geringer Reifendruck bewirkt neben einer erhöhten Abnützung eine Erhöhung des Rollwiderstandes und damit auch des Verbrauchs. Der vorgesehene Reifendruck ist in der Betriebsanleitung oder einem Aufkleber am Fahrzeug vermerkt.

* Unnötigen Ballast im Kofferraum vermeiden. Pro 100 Kilogramm zusätzlicher Masse steigt der Verbrauch um etwa 0,3 Liter auf 100 Kilometer.

* Dachboxen oder Dachträger nach Gebrauch sofort wieder abmontiert werden. Der Luftwiderstand bewirkt eine deutliche Verbrauchssteigerung, speziell bei höheren Geschwindigkeiten.

* Elektrische Extras nur dann in Betrieb nehmen, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Die Klimaanlage verursacht einen Mehrverbrauch von etwa 0,1 Liter auf 100 Kilometer.

* So früh wie möglich in den nächsthöheren Gang schalten. Ein durchschnittliches Auto benötigt bei Tempo 60 im 2. Gang zehn Liter, im 3. Gang 6,6 Liter und im 4. Gang 4,8 Liter auf 100 Kilometer. Keine Angst vor niedrigen Drehzahlen! Sowohl Kühlung als auch Motorschmierung funktionieren auch bei geringen Motordrehzahlen einwandfrei.

* Starkes Beschleunigen sowie Fahren mit hohen Drehzahlen vermeiden. Eine hochtourige, sportliche Fahrweise verursacht mehr Lärm, mehr Schadstoffe und einen Mehrverbrauch von bis zu drei Liter pro 100 Kilometer.

* Motor nicht unnötig laufen lassen. Ab einer Zeitspanne von etwa 50 Sekunden wirkt sich dies positiv auf den Verbrauch aus.

* Staus und Kolonnenfahrten wirken drastisch auf den Kraftstoffverbrauch. Sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit zum Beispiel von 40 km/h auf 20 km/h, verbraucht das Auto doppelt so viel Treibstoff. Staus nach Möglichkeit schon vorzeitig ausweichen.

* ARBÖ-Mitglieder sparen mit dem Avanti-Tankbonus drei Cent pro Liter Treibstoff. Bedingung: Die ARBÖ-MasterCard. Nähere Infos beim ARBÖ.

* Die ARBÖ-Spritpreisbörse gibt einen Überblick über die günstigsten Tankmöglichkeiten in Österreich. Abgerufen kann diese werden: über TV (ORF-Teletext, Seite 433), Internet (www.arboe.at/billigtanken, www.verkehrsline.at) oder telefonisch (ARBÖ-Informationsdienst, Tel.Nr. 050 123 123).

*SMS-Service (in Kooperation mit Ö3): SMS an die Nummer 0900 600 603 schicken, Treibstoffart ("d" für Diesel, "95" für Eurosuper, "98" für Super Plus) und Postleitzahl für den Bezirk (in Wien: 1150 für 15. Bezirk) oder Kürzel für den politischen Bezirk (L für Linz) angeben. Das Antwort-SMS enthält die zur Zeit billigste Tankstelle. Das Anfrage-SMS kostet zwar 30 Cent. Da man sich pro Tank aber durchschnittlich fünf Euro sparen kann, werden diese Kosten wieder locker hereingespielt.

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ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 89121-280
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