Cartellverband fordert: Schluss mit der Diskriminierung Österreichischer Studierender

Heimische Studierende sind gesetzlich schlechter gestellt, Politik muss handeln!

Wien (OTS) - In Erwartung des morgigen Urteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) brachte der Cartellverband heute, Mittwoch, einen neuen Aspekt in die Diskussion um Zugangsbeschränkungen ein. "Nicht ausländische sondern einheimische Studierende sind an unseren Unis per Gesetz schlechter gestellt", merkt ÖCV-Präsident Markus Prantl an. Er bezieht sich dabei auf die Universitätsberechtigungsverordnung (UBVO). Diese regelt die Zulassungsvoraussetzungen eines Studiums im Detail. So müssen Österreicher u.a. für Theologie, Jus, Medizin, Philosophie oder Geschichte Lateinkenntnisse nachweisen. Ein anderes Beispiel ist eine verpflichtende Vorbildung in Biologie, um medizinische Fächer belegen zu dürfen. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, muss zu Beginn des Studiums eine Ergänzungsprüfung im jeweiligen Fach ablegen. Diese Verordnung gilt NUR für Studiosi mit österreichischer Staatsbürgerschaft.

"An den österreichischen Universitäten darf es gerade im Hinblick auf die drohenden Folgen des EuGH-Urteils keine Inländerdiskriminierung geben! Um die Qualität der österreichischen Studiengänge zu garantieren, müssen ALLE Studierenden entsprechende Grundkenntnisse vorweisen können", fordert Prantl.

Sollte der EuGH erwartungsgemäß die derzeitige Regelung des Studienzugangs für EU-Studenten kippen, droht folgendes Szenario:
Ein Absolvent einer technischen Mittelschule in Deutschland kann problemlos ein Medizinstudium in Österreich beginnen, auch wenn er weder Biologie- noch Lateinunterricht hatte. Eine Maturantin einer heimischen HTL hingegen, muss eine Biologie- und Latein-Ergänzungsprüfung nachweisen. "Diese Diskriminierung muss ein Ende haben. Es kann nicht sein, dass uns Europa zwingt die Tore unserer Universitäten zu öffnen und wir gleichzeitig die eigenen Maturanten benachteiligen!", so Prantl.

Der ÖCV, als größter Studenten- und Absolventenverband Österreichs, fordert daher die Politik zum Handeln auf. "Sollte der Nationalrat noch in dieser Woche auf das EuGH-Urteil mit einer Regelung des Universitätszugangs reagieren, so muss in diesem Zuge auch die Diskriminierung der Österreicher fallen", appelliert Prantl an die Abgeordneten. "Wenn der Uni-Zugang schon beschränkt werden muss, dann gerecht und nicht willkürlich: Die Universitätsberechtigungsverordnung in dieser Form muss angepasst werden!"

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Cartellverband - ÖCV
Stefan Naglis
Tel.: 0676/6117796
www.oecv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCV0001