OeNB - Lebensversicherungen und Pensionsvorsorge dominierten den Vermögenszuwachs der Österreicher im ersten Quartal 2005

Finanzvermögen und Verpflichtungen der privaten Haushalte und Unternehmen in der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung

Wien (OTS) - ~

Die österreichischen Haushalte investierten im ersten
Quartal 2005, wie im Vorquartal, knapp 5 Mrd EUR in zusätzliche Einlagen, Wertpapiere und erhöhten ihre Versicherungsansprüche. Das Geldvermögen stieg auf 335,7 Mrd EUR. Gleichzeitig verschuldeten sich die Österreicher, primär aus Kreditaufnahmen für den Wohnbau, um insgesamt 1,1 Mrd EUR. Der Schuldenstand betrug Ende März 2005 120,2 Mrd EUR. Die österreichischen Unternehmen erhöhten im ersten Quartal 2005 deutlich ihre neuen Finanzanlagen auf 6,7 Mrd EUR und hatten einen Finanzierungsbedarf in Höhe von 5,7 Mrd EUR.

Die seit einigen Jahren feststellbare zunehmende Bedeutung der privaten Pensionsvorsorge wird in der Geldvermögensbildung des ersten Quartals 2005 besonders sichtbar. Die Versicherungssparprodukte stiegen im ersten Quartal 2005 um insgesamt 2,3 Mrd EUR, davon entfielen auf zusätzliche Ansprüche aus Lebensversicherungen 1,7 Mrd EUR und gegenüber Pensionskassen 110 Mio EUR. Die Erhöhung der Ansprüche der privaten Haushalte gegenüber Lebensversicherungen und Pensionskassen machte damit 37% der gesamten Finanzinvestitionen der österreichischen Haushalte aus und sie erreichten Ende März 2005 einen Wert von 59,2 Mrd EUR, der knapp weniger als ein Fünftel des gesamten Geldvermögens darstellte.

Anhaltend hoch war auch das Interesse der Österreicher an Wertpapieren. Im ersten Quartal 2005 veranlagten sie mehr als ein Drittel der Geldkapitalbildung in handelbare Wertpapiere (1,8 Mrd EUR). Die starke Nachfrage nach KESt-befreiten Wohnbauanleihen führte zu weiteren Käufen von Bankanleihen, die den größten Teil der Investitionen in festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 270 Mio EUR bildeten. Private Investoren erwarben im ersten Quartal 2005 auch börsennotierte Aktien mit einem Transaktionswert von 680 Mio EUR. Knapp weniger als die Hälfte (320 Mio EUR) entfielen auf Immobilienaktien, die im ersten Quartal 2005 an der Wiener Börse platziert wurden. Auch das Interesse an Investmentzertifikaten, insbesondere an Rentenfonds, war mit einem Nettoerwerb von 820 Mio EUR wie in Vorquartalen groß. Zum 31. März 2005 besaßen private Haushalte 37% der in inländischen Publikumsfonds emittierten Investmentzertifikate.

Relativ schwach entwickelten sich die Einlagepositionen der Haushalte bei Banken. Sie erhöhten ihre Einlagen und Bargeldbestände im ersten Quartal 2005 um 740 Mio EUR. Den Rückgängen in der Bargeldhaltung standen Erhöhungen der Einlagenpositionen bei inländischen Banken gegenüber (1,1 Mrd EUR). In diesem Zuwachs sind auch die anteiligen kapitalisierten Spareinlagenzinsen enthalten.

Ende März 2005 hatten die Österreicher ein Geldvermögen in Höhe von 335,7 Mrd EUR, das in den ersten drei Monaten um 1,8% anstieg. Wie schon in den Jahren 2003 und 2004 trug auch im ersten Quartal 2005 die positive Performance von Aktien und Investmentzertifikaten mit Kursanstiegen in Höhe von 1,1 Mrd EUR zur Erhöhung des Geldvermögens bei.

Die privaten Haushalte verschuldeten sich im ersten Quartal 2005 zusätzlich um 1,1 Mrd EUR, davon entfielen 770 Mio EUR auf Wohnbaukredite und 260 Mio EUR auf Konsumkredite. Die Kreditverschuldung der privaten Haushalte stieg seit Jahresanfang um knapp 1% auf 120,2 Mrd EUR. Die Nettovermögensposition aus Finanztiteln erreichte zum Quartalsende einen Wert von 215,5 Mrd EUR.

Die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften (Unternehmen) finanzierten sich im ersten Quartal 2005 um 5,7 Mrd EUR und hatten damit einen um 700 Mio EUR höheren Verpflichtungsaufbau als im vierten Quartal 2004 zu verzeichnen. Der Finanzierungsbedarf wurde im aktuellen Berichtsquartal mit 1,8 Mrd EUR durch zusätzliche Kreditaufnahmen und mit 1,1 Mrd EUR durch Emissionen von kurz- und langfristigen Wertpapieren abgedeckt. Die Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von 1,6 Mrd EUR machte 32% des gesamten Verpflichtungsaufbaus aus.

Die Verpflichtungsposition der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften betrug zum 31. März 2005 323,5 Mrd EUR. Sie erhöhte sich - bedingt durch Neuverschuldung und Preiseffekte (insbesondere durch Aktienkursanstiege in Höhe von 2,5 Mrd EUR) -gegenüber dem Jahresultimo 2004 um 8,3 Mrd EUR (+2,6%).

Die Unternehmen investierten im ersten Quartal 2005 6,7 Mrd EUR in Finanzanlagen und damit mehr als im gesamten Jahr 2004. Zurückzuführen ist dieses starke Wachstum teilweise auf das kurzfristige Parken von Finanzmittel durch österreichische Firmen, die ihre Bankeinlagen um 2,5 Mrd EUR erhöhten. Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften erwarben darüber hinaus auch Investmentzertifikate sowie Aktien und gingen zusätzliche Beteiligungen ein (2,8 Mrd EUR).

Die aktuellen Zahlen sind sowohl im Internet unter Statistik und Melderservice / Datenangebot / Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung als auch im aktuellen Heft von STATISTIKEN-Daten & Analysen Q3/05, Tabellen 8.2 und 8.3 (erscheint Mitte Juli 2005) verfügbar.

Weitere statistische Informationen unter
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