ÖGJ-Eder: Eine gemeinsame Schule für alle 6- bis 15-Jährigen

Studiengebühren abschaffen statt Verwendung diskutieren

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Bildungsscheck schön und gut, aber die Ungleichbehandlung im österreichischen Bildungssystem fängt viel früher an, nämlich mit der frühzeitigen Selektion der SchülerInnen in Hauptschulen und AHS", sagt der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, zu den Vorschlägen der JVP-Vorsitzenden Silvia Fuhrmann. Um allen Kindern die gleichen Chancen auf Bildung zu geben, fordert die ÖGJ die Einführung einer gemeinsamen Schule für alle 6- bis 15-Jährigen.++++

Derzeit haben Kinder von schlechter verdienenden Eltern immer noch weit weniger Chancen, höhere Bildungsstufen zu erklimmen, als Kinder aus wohlhabenden Familien. Experten empfehlen hingegen eine gemeinsame Schule aller 6- bis 15-Jährigen. "In einer Zeit, in der lebensbegleitendes Lernen zum Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit geworden ist, kann es sich niemand leisten, Schüler früh auf festgelegte Bildungsstrukturen festzulegen", sagt Eder.

Diskutiert sollte außerdem nicht die Verwendung der Studiengebühren werden, sondern deren Existenz. "Denn bei Kosten von 363 Euro pro Semester geht es bei vielen Studierenden um deren Existenz in diesem Bildungssystem. Bildung muss für alle Menschen in Österreich leistbar bleiben", so der ÖGJ-Vorsitzende abschließend.

Die schulpolitischen Forderungen der ÖGJ:

+ eine gemeinsame Schule für alle 6- bis 15-Jährigen

+ bestmögliche individuelle Lern- und Entwicklungsförderung, unabhängig von Ausgangsvoraussetzungen und sozialem Hintergrund

+ Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 15

+ Ausbau der Berufs- und Bildungsberatung

+ kein Schulgeld

+ Recht auf kostenlose Nachmittagsbetreuung

+ keine Privatisierung des Schulsystems

+ verpflichtende Weiterbildung für Lehrkräfte

+ mehr öffentliche Mittel für Schulmaterialien

+ Verbot kommerzieller Werbung an Schulen (fk)

ÖGB, 5. Juli
2005
Nr. 438

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