Die Europäische Technologieplattform "Pflanzen für die Zukunft" legt einen strategischen Forschungsplan für die nachhaltige Nutzung pflanzlicher Ressourcen vor

Dieses strategische Forschungs- und Innovationsprogramm stellt Weichen für die Entwicklung der europäischen Landwirtschaft für die nächsten zwei Jahrzehnte

Wien/Straßburg (OTS) - Hochrangige Vertreter aus Wissenschaft und Industrie veröffentlichen heute gemeinsam mit dem EU-Forschungskommissar Janez Potocnik das strategische Forschungsprogramm "Pflanzen für die Zukunft". Zentrales Ziel ist die umfassende Erforschung von Pflanzen und Sicherung ihrer genetischen Vielfalt mit den modernsten wissenschaftlichen Methoden, um pflanzliche Ressourcen für verschiedenartigste Anwendungen besser nutzbar zu machen.

Dieses Programm, welches von Wissenschaftern und Interessensvertretern aus ganz Europa erarbeitet wurde, schlägt strategische Forschungsschwerpunkte für die kommenden zwei Jahrzehnte vor.

Zugleich wird der Startschuss gegeben für einen breit angelegten Konsultationsprozess in den EU-Mitgliedsstaaten, um die breite Akzeptanz des Programmes sowie dessen Umsetzung sicherzustellen. In den Meinungsbildungsprozess zur Gestaltung der endgültigen Fassung des strategischen Forschungsprogrammes soll daher eine breite Basis von Interessensgruppen aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Industrie, Politik, Behörden, bis hin zu Umweltorganisationen und Konsumentenvertretungen aus ganz Europa einbezogen werden.

"'Plants for the Future' ist ein eindrucksvoller Beweis, wie durch Zusammenarbeit Wettbewerbsfähigkeit aufgebaut werden kann. Dieser gemeinsame Versuch von allen Partnern der landwirtschaftlichen Produktionskette, wissenschaftliches und technologisches Potential zu ermitteln und auch Konsumentenwünsche und Marktanforderungen zu berücksichtigen, kann sich nur positiv auf die Zukunft des Agrarsektors auswirken." sagt Janez Potocnik, EU Kommissar für Wissenschaft und Forschung. "Genomforschung an Pflanzen und Biotechnologie, wie sie in der heute vorgestellten Forschungsagenda umrissen sind, werden eine Hauptrolle in der Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft durch erneuerbare biologische Ressourcen spielen."

Das Hauptaugenmerk des Programmes liegt in der Produktion von gesunden und sicheren Nahrungs- und Futtermitteln, in der Erforschung und Entwicklung neuartiger Produkte aus Pflanzen und damit in der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette bei gleichzeitigem Beitrag zur verbesserten Nachhaltigkeit der Prozesse.

"Wenn wir von der europäischen Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft sprechen, sprechen wir von über 600 Mrd. Euro Umsatz im Jahr, 8% der europäischen Arbeitskräfte und 17 Millionen Landwirtschaftsbetrieben. Forschung und die Anwendung der Genomforschung an Pflanzen sowie der Einsatz biotechnologischer Methoden wird diesen führenden Industriesektor weiter fördern." sagt Hans Kast, Vorsitzender von EuropaBio - der Europäischen Vereinigung für Bioindustrie. "Die Zustimmung aller Interessensvertreter zu dem Programm ist eine große Errungenschaft und zeigt deutlich, dass Europa die Vorteile der Pflanzenbiotechnologie nutzen will." fügt er noch hinzu.

Ein zentrales Anliegen der gemeinsamen Technologieplattform "Pflanzen für die Zukunft" ist die Stimulierung eines wissensbasierten, nachhaltig orientierten Wirtschaftssystems, in dem fossile Rohstoffe und Energieträger durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden.

"Mit 'Pflanzen für die Zukunft' behandeln wir vier große Herausforderungen: Die Produktion von gesunden, sicheren und in ausreichender Menge zur Verfügung stehenden Nahrungs- und Futtermitteln, bei gleichzeitiger Sicherstellung von nachhaltiger Landwirtschaft und Bewahrung der Landschaft; die Entwicklung von ´grünen´ Produkten wie hochwertigen Biomaterialien und Bio-Kraftstoffen; und zu guter letzt, die Sicherstellung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, der Auswahlmöglichkeit für die Konsumenten und eines verantwortungsbewussten Handlungsspielraumes," sagt Marc Zabeau, Präsident der EPSO - der Europäischen Organisation für Pflanzenwissenschaften. "Erreicht soll das werden durch private und öffentliche Finanzierung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Mich freut der Vorschlag der Europäischen Kommission, die 2,5 Mrd. Euro für das thematische Programm ´Nahrungsmittel, Landwirtschaft und Biotechnologie´ in das nächste EU Forschungsprogramm einbringen will. Wir werden auch die EU Mitgliedsstaaten konsultieren, um mit ihnen unseren Vorschlag zu diskutieren und die nationale Unterstützung zu sichern."

Durch verstärkte Erforschung der Biodiversität und der genetischen Vielfalt von Pflanzen sollen neue Nutzungsmöglichkeiten von Pflanzen herausgefunden und die Artenvielfalt der in Europa angebauten Feldfrüchte erhöht werden.

"Dieses Forschungsprogramm auf dem Gebiet der Pflanzenforschung wird es europäischen Bauern erlauben, sowohl die Produktivität als auch die Qualität zu verbessern, und dabei unsere Umwelt zu bewahren. Das ist die Schlüsselantwort auf Konsumentenbedürfnisse einerseits und auf den Wettbewerb am Weltmarkt andererseits, wobei gleichzeitig die ländlichen Gemeinden gestärkt und die europäische Landschaft erhalten werden sollten." sagt Pierre Pagesse, Präsidiumsmitglied von COGECA, des "Allgemeinen Verbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften der Europäischen Union". "Ich glaube ‘Pflanzen für die Zukunft’ wird auch neue Werkzeuge zur Stärkung der Biodiversität hervorbringen, die in Pflanzenzuchtprogrammen eingesetzt werden können." fügt er noch hinzu.

Als Sprecher bei der Eröffnungsveranstaltung sagt Giles Chichester, Vorsitzender des Komitees für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments: "Ich habe die Freude, die Pflanzen-Technologieplattform vorzustellen und gleichzeitig die Möglichkeit, das Programm als Vorsitzender einer Parlamentsgruppe zu unterstützen. Dies ist ein lebenswichtiges Forschungsgebiet, einerseits auf Grund des daraus zu erwartenden Nutzens und andererseits als wichtige Quelle für wirtschaftliches Wachstum. Die Art und Weise wie die beteiligten Interessensvertreter beim Aufbau dieser Plattform zusammenarbeiten, ist ein sehr eindrucksvoller Beweis von Kooperation und branchenspezifischer Planung für die Zukunft."

Links:
Webpage zur Pressekonferenz: www.epsoweb.org, www.europabio.org Konsultationsprozess in Österreich:
www.bit.ac.at/Food/PlantsfortheFuture.html

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