Gewerkschaft Metall - Textil deckt "Sklavenarbeit" auf

Politik muss sofort handeln!

Wien (GMT/ÖGB) - "Eine Linzer Firma betätigt sich als Drehscheibe für die Vermittlung von Arbeit, die an Sklavenhaltung erinnert," berichtet Franz Riepl, Zentralsekretär der Gewerkschaft Metall -Textil. "62-Stunden-Woche, Stundenlöhne von 1,30 Euro und Unterbringung in Blechbaracken - das ist das Los der Betroffenen."++++

Rund 150 Arbeiter aus Indonesien und Südkorea sind derzeit im Auftrag einer Linzer Firma tätig. Sie arbeiten 62 Stunden in der Woche, bekommen dafür pro Stunde 1,30 Euro und müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen hausen. "Das ist nichts anderes als moderne Sklaverei", sagt Riepl. "Die Gewerkschaft Metall - Textil hat natürlich sofort, nachdem uns diese Vorgänge bekannt wurden, die nötigen Schritte eingeleitet." Eine Überprüfung durch das Arbeitsinspektorat, die KIAB (Kontrolle der illegalen ArbeitnehmerInnenbeschäftigung) und das Arbeitsmarktservice sind im Laufen. "Erste Ergebnisse der Untersuchungen bestätigen die unhaltbaren Zustände", sagt Riepl.

Die GMT verlangt den sofortigen Widerruf der an diese Arbeiter ausgestellten Entsendebewilligungen durch das AMS. Riepl: "Solche Zustände unterlaufen einerseits heimisches Arbeitsrecht und die heimischen Kollektivverträge und gefährden Arbeitsplätze in Österreich. Andererseits ist es die Aufgabe von Gewerkschaften, gegen jede Art der Ausbeutung und Ungerechtigkeit gegenüber arbeitenden Menschen aufzutreten. Daher lehnen wir diese Behandlung der Kollegen aus Indonesien und Südkorea striktest ab."

Die GMT fordert alle politisch Verantwortlichen auf, den aufgedeckten Missständen sofort ein Ende zu setzen und außerdem dafür zu sorgen, dass derart menschen-verachtende Praktiken in Zukunft nicht mehr vorkommen.

ÖGB, 5. Juli
2005
Nr. 436

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