Prammer und Häupl bei der Wiener Regenbogenparade

Rosa Winkel - Niederlegung auf dem Morzinplatz

Wien (SK) "Rundum zufrieden" zeigte sich Günter Tolar (Vorsitzender der SoHo, Sozialdemokratie und Homosexualität) mit dem Verlauf der 10. Wiener Regenbogenparade am vergangenen Samstag. "Die Stadt Wien hat in nicht mehr zu übersehender Deutlichkeit gezeigt, dass sie die Anliegen der Lesben, Schwulen und Transgender-Personen ernst nimmt und nicht mehr gewillt ist, hinzunehmen, "dass andere euch vorschreiben, wie ihr zu leben und zu lieben habt", wie der Wiener Bürgermeister Michael Häupl bei der Abschlusskundgebung am Heldenplatz der riesigen Menschenmenge zurief. Dieser Appell war deutlich an den Ballhausplatz gerichtet. Häupl betonte weiter, "dass Homosexualität keine Philosophie ist, sondern eine Frage des Alltags". Sein Auftritt wurde frenetisch bejubelt. ****

Die zweite Präsidentin des Nationalrates Barbara Prammer verwies auf Spanien, wo eine neue sozialdemokratische Regierung auch gleich die Öffnung der Ehe für Homosexuelle brachte, trotz massiven Widerstandes vor allem kirchlicher Kreise. "Die Homosexuellen haben lang genug auf die ihnen zustehenden Rechte gewartet", betonte Prammer weiter, "die freie Entscheidung, wie ein Mensch lebt und liebt ist ein Menschenrecht. Liebe ist ein Menschenrecht!"

Der Truck der SoHo stand unter dem Motto "Gleich viel Recht für gleich viel Liebe". Integrationsstadträtin Sonja Wehsely fuhr auf dem Wagen mit, zahlreiche hohe politische Funktionäre der Stadt zeigten ihre Solidarität durch ihre Anwesenheit, Barbara Prammer stieg beim Parlament zu und begleitete den Wagen bis zum Heldenplatz. SoHo-Vorsitzender Günter Tolar nahm in einem "fahrbaren Standesamt" an die 60 "Trauungen" gleichgeschlechtlicher Paare jeden Alters vor. "Trauzeugen" waren unter anderem Barbara Prammer und Sonja Wehsely. Vielen "Frisch-Vermählten" standen bei diesem (leider nur) Symbolakt die Tränen in den Augen, der Wunsch nach einer wirklichen "Trauung" wurde immer wieder geäußert.

2. Utl.: Rosa Winkel - Niederlegung auf dem Morzinplatz.

Eine Stunde vor dem Start der Parade legte Kultur-Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny auf dem Morzinplatz (dem Platz, an dem die NS-Gestapo-Leitstelle stand) einen Rosa Winkel aus Blumen nieder. Anwesend waren Vertreter aller relevanten Homosexuellen-Organisationen Wiens. Auf dem Morzinplatz wird noch in diesem Jahr ein Mahnmal für alle homosexuellen Opfer nicht nur der NS-Zeit, sondern auch anderer Unrechtsgesetze (z.B. Paragraph 209) errichtet. Dieser Akt der Anerkennung und des Gedenkens durch die Stadt Wien war ein würdiger Auftakt für die anschließende 10. Regenbogen-Parade. (Schluss) up/mm

Rückfragehinweis: Dominik Mungenast SoHo-Bundessekretär 0650/ 785 20 89

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001