- 01.07.2005, 13:16:06
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AMA Marketing: Erdäpfel sind Lieblingsbeilage der Österreicher
Echte "Heurige" wieder frisch am Markt - Gesund und schmackhaft
Wien (AIZ) - Erdäpfel sind für Österreichs Konsumenten nach wie
vor die Beilage Nummer eins. Eine besondere Gaumenfreude stellen
dabei Frühkartoffeln - die so genannten "Heurigen" - dar, die seit
kurzem wieder im heimischen Lebensmittelhandel erhältlich sind, wie
der Geschäftsführer der AMA Marketing, Stephan Mikinovic, gestern bei
einem Pressegespräch ausführte. Richtige österreichische "Heurige"
stellen aber nicht einfach früh geerntete Ware wie in anderen Ländern
dar, sondern sind spezielle, traditionelle Frühkartoffelsorten, die
unter besonders schonenden Produktionsbedingungen erzeugt werden und
im Juni und Juli auf den Markt kommen. Heurige sind nicht nur
besonders schmackhaft, sondern auch besonders gesund. Da die Schale
sehr zart sei, könne sie auch mitgegessen werden, weshalb die darin
enthaltenen, wertvollen Stoffe erhalten blieben, erklärte der
Erdäpfelproduzent Johann Rohringer. "Man muss die wenigen Wochen, in
denen man echte, österreichische Heurige bekommt, auskosten. Wir
würden uns für diese zarten, schmackhaften Erdäpfel eine ähnliche
Kultur und einen ähnlich großen Respekt wünschen wie für Spargel",
meinte der Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich,
Hermann Schultes.
"Heurigen"-Produktion erfordert Fingerspitzengefühl und Fachwissen
Mit verschiedenen mehr oder weniger aufwändigen Maßnahmen wird in
der Produktion von "Heurigen" eine Ernteverfrühung herbeigeführt.
Dafür wird bereits im Winter Pflanzgut in Kleinkisten eingebracht und
durch entsprechende Temperatur- und Lichtsteuerung der
Keimungsprozess in Gang gesetzt. So kommen die Pflänzchen mit einem
deutlichen Vegetationsvorsprung in die Erde. Der eigentliche Anbau
erfolgt dann mit eigenen Legemaschinen - bereits vier bis sechs
Wochen vor den normalen Speise- und Industriekartoffeln - direkt aus
den Kleinkisten heraus. Um eine zusätzliche Verfrühung der Ernte zu
erreichen, werden die Flächen teilweise mit Flies abgedeckt, um
darunter möglichst günstige Bedingungen für eine rasche
Vegetationsentwicklung sicherzustellen. Schließlich wird das Flies
einige Wochen vor der Ernte entfernt, welche dann ebenso schonend -
etwa unter Schutz vor der Sonne oder gar bei Nacht - vonstatten geht.
Beginnend mit den Sorten Frieslander und Adora folgen dann Impala,
Ukama und die erste festkochende Sorte Agata.
Butterfeines Aroma, hoher Vitamingehalt
Heurige verfügen über eine weichere Konsistenz, butterfeines
Aroma, einen geringeren Stärke- und noch höheren Vitamingehalt als
Lagererdäpfel. Eine frische und sachgerechte Ernte ist vor allem auch
deshalb wichtig, da durch die zarte Schale eine kürzere Haltbarkeit
gegeben ist.
Österreicher essen im Schnitt 53 kg Erdäpfel jährlich
Die Österreicher geben den Erdäpfeln - egal ob frühen oder späten
- als Beilage eindeutig den Vorzug. Eine Untersuchung von AC Nielsen
(Handel ohne Hofer) hat ergeben, dass 2004 etwa 71.000 t Erdäpfel
über die Ladentische der Lebensmittelhändler gingen, aber nur 32.500
t Nudeln und 15.000 t Reis. Ausgehend von der gesamten Produktion
konsumiert ein Durchschnitts-Österreicher rund 53 kg Erdäpfel pro
Jahr. Einen klaren Zusammenhang gibt es auch zwischen der
konsumierten Menge und der Größe der Haushalte beziehungsweise dem
Alter der Haushaltsführer. Je älter und kleiner der Haushalt, umso
größer der Erdäpfel-Verbrauch pro Kopf. Als besonders eifrige
Kartoffeleinkäufer erweisen sich laut RollAMA die Kärntner mit 18,6
kg pro Kopf und Jahr, knapp gefolgt von den Tirolern mit 18,3 kg.
Danach folgen die Steirer (17 kg), die Salzburger (16,6 kg),
Oberösterreicher (16,4 kg), Niederösterreicher (14,2 kg),
Burgenländer (13,7 kg), Wiener (13,3 kg) und schließlich die
Vorarlberger (11,6 kg).
Niederösterreich hat größtes Erdäpfel-Anbaugebiet
Auf rund 8.900 ha in Niederösterreich - vorzugsweise Marchfeld und
Weinviertel - wurden im Jahr 2004 rund 250.000 t frühe und
mittelfrühe Erdäpfel produziert. Die gesamte Erdäpfel-Anbaufläche in
Niederösterreich beträgt rund 18.000 ha mit einer Produktionsmenge
von rund 580.000 t der beliebten Knollen. Damit kommen gut zwei
Drittel der heimischen Erdäpfel aus Niederösterreich. In
Oberösterreich findet die gesamte Erdäpfelproduktion auf rund 1.900
ha statt, in der Steiermark auf rund 600 ha und Platz vier nimmt
Tirol mit rund 480 ha ein. Wegen der kostenintensiven Produktion von
Frühkartoffeln und den sinkenden Erzeugerpreisen geht die Anbaufläche
jedoch seit Jahren etwas zurück.
15% Umsatzplus mit Erdäpfeln im Lebensmittelhandel
Im Jahr 2003 gingen noch rund 78.000 t Erdäpfel über den
Ladentisch. Im Jahr 2004 verkaufte der Lebensmitteleinzelhandel
bereits 90.000 t. Dies entspricht einem Zuwachs von 15%. Der
Selbstversorgungsgrad mit Kartoffeln liegt in Österreich bei ca. 90%.
Die größten Importmengen kommen aus Ägypten, Israel und Zypern,
später im Jahr dann auch aus Italien und Spanien.
(Schluss) leith
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