- 01.07.2005, 12:02:30
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Der Donau-Wasserweg als europäische Wachstumsreserve
FV-Obmann Mosser zum "Donau-Tag": Binnenschifffahrt wichtige Alternative für den freien Warenverkehr in der erweiterten EU
Wien (PWK519) - Die Donau als natürlicher Handelsweg hat eine
große Bedeutung für den freien Warenverkehr in einer erweiterten
Europäischen Union. Dementsprechend wurde auch heuer wieder der
internationale Donau Tag in vielen Staaten Europas gefeiert. Man
erinnerte sich dabei zum elften Mal des Jahrestages der feierlichen
Unterzeichnung der Donauschutzkonvention (29.6.1994).
Die Donau ist nicht nur ein wichtiges touristisches Juwel (Stichworte
Wachau, Eisernes Tor), sie produziert auch knapp ein Viertel des
Österreichischen Energiebedarfs. Die Wasserstraße Donau im Herzen
Europas verbindet zehn Nationen mit rund 100 Millionen Menschen.
Allesamt Wachstumsregionen in Europa mit jährlichen Wachstumsraten
von fünf bis sechs Prozent, erklärt Wolfram Mosser, neuer Obmann des
Fachverbandes Schifffahrt in der Wirtschaftskammer Österreich.
Mit der politischen und wirtschaftlichen Integration rücken alte
Handelsverbindungen wieder in den Vordergrund. Nicht zuletzt durch
die jüngste EU-Erweiterung vertiefen sich die Handelsverflechtungen
entlang der Donauachse in immer kürzeren Zeitabständen.
Es wäre daher eine verhängnisvolle politische Kurzsichtigkeit in
wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Hinsicht, würde man
dieses Geschenk der Natur - "einen Fluss, der keine Grenzen kennt" -
nicht auch als effektive Wasserstraße bestmöglich nutzen.
Der Verkehrsweg Donau bringt, wie Mosser hervorhebt, der
österreichischen Wirtschaft eine kostengünstige Alternative, um die
südosteuropäischen Wachstumsmärkte zu erreichen. Begrüßt wird daher
die Erstellung des Nationalen Aktionsplanes Donauschifffahrt, der
verkehrspolitische Alternativen aufzeigen soll, wie die
Binnenschifffahrt mit konkreten Maßnahmen gezielt gefördert werden
kann.
Das sei auch dringend notwendig, um einen möglichen
Verkehrsinfarkt auf der Straße zu verhindern, unterstreicht Mosser.
Denn im Zeitraum von 1994 auf 2002 stieg das Güterverkehrsaufkommen
um 85 Prozent, wobei der Straßengüterverkehr die anderen
Verkehrsträger mit einem Plus von 119 Prozent bei weitem übertraf.
Angesichts der wirtschaftlichen Dynamik des Donauraums könne davon
ausgegangen werden, das die Verkehrszuwächse auch in den nächsten
zehn bis fünfzehn Jahren anhalten werden.
Die Donau als Wasserweg hat noch freie Kapazitäten. Die
Binnenschifffahrt bietet eine Reihe weiterer Vorteile: Geringer
Treibstoffbedarf, weniger CO2-Ausstoß, niedrigere Kosten - ein Schiff
kann rund 1.300 Tonnen laden. "Das schaffen auf der Straße nur 325
Lkw à 40 Tonnen", hebt Mosser hervor.
Der Transport auf Binnenwasserstraßen lohne sich wegen niedriger
Kosten und der effizienter Arbeitsabläufe. Zum Vergleich: Ein Schiff
transportiert über die gleiche Entfernung 127 t Fracht pro Liter
Treibstoff, die Bahn 97 t und der Lkw 50 t. Dies sei teil¬weise
darauf zurückzuführen, dass Binnenschiffe, zusammen mit der
Motorkraft, die natürliche Strö¬mung des Wassers als Antriebskraft
nutzen. Ihre Mas¬senleistungsfähigkeit mache "economies of scale"
möglich, etwas, das von der Straße oder der Bahn in dieser Form nicht
zu erreichen ist. (hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Fachverband der Schifffahrtsunternehmungen Mag. Alexander Piekniczek Tel.: (++43) 0590 900-3252 Fax: (++43) 0590 900-282 mailto:ahoi@schifffahrt.at http://www.schifffahrt.at
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