Maier: Zukunftsvorsorge neu - Grasser lässt KonsumentInnen im Regen stehen!

AK-Test bestätigt Kritik von SPÖ

Wien (SK) Seit im Jahr 2003 die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge eingeführt wurde, haben sich über 450.000 Menschen für diese Form der "Dritten Säule" ihres Pensionssystems entschieden. Bereits im Juni 2003 warnte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier vor den Risiken sowie Informationsdefiziten und wies auf offenen Fragen betreffend die Kapital- und Prämiengarantie. "Die SPÖ brachte auch entsprechende Anträge ein, die seither von den Regierungsfraktionen noch nie auf die Tagesordnung gesetzt wurden", kritisierte der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher. ****

Die nun vorliegenden Ergebnisse eines Tests über 15 derzeit am Markt befindlichen Produkte unterstreichen die Befürchtungen der Konsumentenschützer: Die gesetzlichen Informationsverpflichtungen ist nach wie vor völlig unzureichend. Am Markt befinden sich zwei Produktarten: 9 von 10 sind Versicherungsprodukte, jedoch nur ca. 8 Prozent sind Fonds-Produkte. Während es bei den Investmentfonds eine gesetzliche Informationspflicht gebe, sind die gesetzlichen Bestimmungen für Versicherungsprodukte bezüglich der anfallenden Kosten völlig unzureichend. "Ich fordere daher Finanzminister Grasser auf, umgehend zu handeln und die Informationspflichten für alle Finanzdienstleistungsprodukte neu zu regeln", betonte Maier gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Die staatliche Prämie wird in vielen Fällen als Verkaufsargument verwendet. Diese 180 Euro erhalte der Konsument aber nur dann, wenn seine Einzahlungen die Summe von 2.000 Euro pro Jahr übersteigt. Das entspreche einer monatlichen Einzahlung von 166,67 Euro pro Monat. Der durchschnittliche Sparbetrag liegt bei 74 Euro pro Monat. Nur vierzehn (!) Prozent aller Verträge erhalten die Prämie! Das Argument der staatlichen Prämie durch die Anbieter sei also in der Mehrheit der Fälle irreführend, kritisierte Maier. Darüberhinaus beweisen diese Fakten, dass die Zukunftsvorsorge neu ein Produkt ausschließlich für Besserverdiener ist. Für den durchschnittlichen Konsumenten sei es nur schwer möglich, solche Verträge für die Zukunftsvorsorge aufzubringen. Der Großteil der Bevölkerung sei daher grob benachteiligt.

Die SPÖ unterstützt die Forderungen der Arbeiterkammer und sieht besondere Themenbereiche, die gesetzlich zu regeln sind:

  • Neuregelung der gesetzlichen Informationspflichten für alle Finanzdienstleistungsprodukte
  • Verpflichtende Kontostandsmitteilung
  • Transparente Kostenangaben
  • Gleichmäßige Verteilung der Kosten über die gesamte Laufzeit

Abschließend forderte Maier die Verlängerung der gesetzlichen Rücktrittsfrist für Finanzdienstleistungsprodukte auf 14 Tage. "Finanzminister Grasser muss für mehr Schutz der KonsumentInnen sorgen. Und zwar umgehend", schloss der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher. (Schluss) ps/mp

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0007