Frauenring zu Frauenarbeitslosigkeit: Frauen werden wieder nur vertröstet

Runder Tisch brachte keine konkreten Ergebnisse

Wien (Frauenring) - "Beim Runden Tisch zur Frauenarbeitslosigkeit sind wieder keine konkreten Ergebnisse herausgekommen. Es wurden keine verbindlichen Maßnahmen beschlossen und die Arbeit suchenden Frauen wurden wieder vertröstet", kritisiert Dr. Sabine Oberhauser, Vorsitzende des Österreichischen Frauenringes. "Die jüngsten Arbeitslosenzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Mai 2005 bei den Frauen mit 5,1 Prozent auf 104.092 erneut stärker ausgefallen als bei den Männern. Das bedeutet, dass im Mai 2005 5046 Frauen mehr arbeitslos sind als ein Jahr zuvor - und da sind jene Frauen, die sich in Schulungen befinden, noch nicht mit eingeschlossen. Doch diese bedrückenden Zahlen lösen bei den Verantwortlichen offenbar nur Schulterzucken aus", so Oberhauser.++++

"Ist es Gleichgültigkeit gegenüber den Anliegen der Frauen oder steckt Methode dahinter, dass die Regierungsverantwortlichen keine konkreten Maßnahmen gegen die Frauenarbeitslosigkeit setzten wollen? Will die Regierung damit eine ideologische gefärbte 'Frauen zurück an den Herd'-Ideologie umsetzen?", fragt Oberhauser..

"Wenn Wirtschaftsminister Bartenstein eine 15 Millionen Euro Förderung für Frauen in nicht-traditionellen Berufen ankündigt, so streut er damit den Betroffenen Sand in die Augen, denn tatsächlich ist das nichts als eine Umschichtung bereits vorhandener Mittel", kritisiert Oberhauser. Sie fordert, dass tatsächlich mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen zur Verfügung gestellt werden. "Frauen brauchen existenzsichernde Arbeitplätze und keine 'Mc-Jobs', die bestenfalls ein Taschengeld bringen und die nie eine eigenständige Altersicherung garantieren können."

Die Regierung müsse endlich vernünftige Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen. Ein großes Problem ist der eklatante Mangel an Kinderbetreuungseinrichtungen, der immer mehr Frauen dazu zwingt, nicht Existenz sichernde Teilzeitjobs anzunehmen. Noch immer haben nur elf Prozent der unter 3-Jährigen einen Betreuungsplatz. "So lange die Regierung nichts gegen den akuten Mangel an Betreuungseinrichtungen und gegen die damit verbundene hohe Frauenarbeitslosigkeit unternimmt, muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass ihr die Frauenarbeitslosigkeit völlig egal ist," so Oberhauser abschließend. (bm)

Wien, 30. Juni 2005

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