Wiener Gemeinderat (2)

Fragestunde

Wien (OTS) - GR Günther Barnet (BZÖ) fragte Bgm. Dr. Michael Häupl (SPÖ) in der fünften Anfrage, ob er als "Hüter der Verträge" sicherstellen werde, dass der Bankenstandort der BA-CA einschließlich aller Arbeitsplätze erhalten bleibe. Bgm. Häupl antwortete, kein Politiker könne eine Arbeitsplatzgarantie abgeben, er werde sich aber einsetzen, dass die Verträge eingehalten werden. Das Verhältnis Politik - Banken bezeichnete er im Zusammenhang mit einer globalisierten Gesellschaft als nicht kompatibel, es gebe keine roten und schwarzen Banken mehr, sondern nur mehr gute und schlechte. Die BA-CA nannte er als große europäische Bank, die einen wesentlichen Standort in Wien besitze und die auch demgemäß eine sehr wichtige Rolle als Arbeitsplatzgeber einnehme.

Aktuelle Stunde

Im Anschluss an die Fragestunde fand eine von der SPÖ beantragte Aktuelle Stunde zum Thema "Bildung von Anfang an - eine gesellschaftliche Herausforderung im Interesse der Zukunft unserer Kinder!" statt.

GR Jürgen Wutzlhofer (SPÖ) machte sich darüber Gedanken, wie man mehr Väter dazu bringen könne, mehr Zeit für ihre Familie, vor allem für ihre Kinder, zu haben. Viele Vorschläge habe es seitens der SPÖ schon gegeben, wie z.B. einen "Vatermonat". Jedenfalls müsse man dafür eintreten, dass es zu einem besseren Verhältnis in der Aufteilung der Berufs-Auszeiten zwischen Vater und Mutter hinsichtlich der Kindererziehung kommen müsse. Diesbezüglich sei vor allem im Bundesland Wien sehr viel getan worden, so befänden sich drei Viertel aller österreichischen Krippenplätze in Wien. In Vorarlberg gebe es gar keine. Es wunderte ihn, dass die Wiener ÖVP sich gerade das Bundesland Vorarlberg als Vorbild hinsichtlich der Kinderbetreuung nehme.

GR Claudia Sommer-Smolik (Grüne) befürchtete, dass die derzeit stattfindende Bildungsplandebatte ohne Teilnahme der Opposition stattfinde. Sie sparte nicht mit Kritik an dem Zustand der Wiener Kindergärten, die oft zu klein seien und viel zu große Gruppen hätten. Wolle man bereits im Kindergarten verstärkte Bildung, müssten vorerst die PädagogInnen weiter gebildet werden, was sehr problematisch erscheine. Wenn man den Kindergarten in eine Bildungseinrichtung umwandeln wolle, sollte man den Eltern dafür auch die Kosten für den Besuch des Kindergartens ersparen, schloss sie.

GR Walter Strobl (ÖVP) behauptete, die ÖVP habe sich bereits dieses Themas zu Beginn dieses Jahres intensiv angenommen. Den Kindergarten zu einem Bildungsgarten zu machen, sei eine sehr gute Entwicklung. Er trat neuerlich für den Gratisbesuch des letzten Kindergartenjahres ein. Ab kommendem Jahr sei es laut Strobl möglich, für besonders begabte Kinder den Zeitpunkt der Schuleinschreibung wesentlich vorzuverlegen. In Richtung SPÖ sagte er, sie hätte die Schulentwicklung verschlafen, es gebe seit längerem keine Innovationen in der Schulstadt Wien.

GR Ing. Herbert Rudolph (FPÖ) äußerte sich skeptisch, Kindergartenkinder bereits so früh mit Bildungsinitiativen zu konfrontieren. Er betonte, Kinder solle man Kinder sein lassen, ein Oktroyieren von Bildungsinhalten sei nicht angebracht, ergänzte er. Man solle keine Experimente machen, dies könne gesellschaftspolitisch gefährlich und bedenklich werden. Man solle endlich für den Besuch des letzten Kindergartenjahres auf die Bezahlung der Kosten verzichten.

GR Mag. Heidrun Schmalenberg (BZÖ) erklärte, Untersuchungen hätten eindeutig gezeigt, Kleinkinder bis zu drei Jahren lernen am besten von den Eltern. Während des Besuches des Kindergartens seien die Kinder sehr geeignet, Integration und die deutsche Sprache gut zu erlernen. Sie kritisierte neuerlich den Lehrermangel und die desolaten Schulgebäude in Wien. Sie forderte die Installierung einer so genannten Elternschule nach dem Modell in Hamburg.

GR Susanne Jerusalem (Grüne) meinte, man solle ein klares Bekenntnis zum interkulturellen Lernen ablegen. Die Kinder solle man in der Muttersprache fördern, wobei alle die deutsche Sprache erlernen sollten, man sollte interkulturelle Freundschaften ermöglichen und von einander lernen. Durch das Kaputtsparen der Schule in den letzten Jahren sei die Sprachförderung viel zu kurz gekommen, sagte sie. (Forts.) hl/rr

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