ÖGB-Frauen bei Bartenstein und Rauch-Kallat wegen Einkommensschere

Csörgits: Chancengleichheit interessiert die Regierung nicht

Wien (ÖGB) - 13.783 Frauen und Männer haben die Kampagne der ÖGB-Frauen "Ganzer Lohn statt halber Sachen. Machen wir die Schere zu!" unterschrieben. Gestern Nachmittag überreichten die ÖGB-Frauen die Unterschriften an Frauenministerin Maria Rauch-Kallat und Arbeitsminister Martin Bartenstein. "So wie zuvor beim Runden Tisch waren die beiden MinisterInnen auch bei der Diskussion über die Einkommensunterschiede zu keinerlei Maßnahmen im Sinne der Frauen bereit. Die Chancengleichheit rangiert bei dieser Regierung auf einem Abstellgleis", kritisiert ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits.++++

Als völlig unverständlich bezeichnet Csörgits, dass die beiden MinisterInnen keine Bundesmittel für den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen bereitstellen wollen. "Ein Ausbau wäre auch im Hinblick auf die Schaffung qualifizierter Vollzeitarbeitsplätze sinnvoll. Doch so wie mit dem Dienstleistungsscheck bestenfalls McJobs im legalen Bereich geschaffen werden, gilt für die Regierung anscheinend auch bei der Kinderbetreuung die Devise: Die Qualität der Arbeitsplätze interessiert nicht", sagt Csörgits.

Keinerlei Erleichterung ist bei der partnerschaftlichen Teilung der Betreuungsarbeit in Sicht. "Ministerin Rauch-Kallat meint dazu, die Männer könnten ja ihren Urlaub konsumieren, wenn ihr Kind geboren wird", berichtet Csörgits. Die ÖGB-Frauen fordern die Einführung eines bezahlten Vaterschutzmonats als ersten Schritt hin zu einer gerechteren Teilung der Familienarbeit.

Zu wenig ist den ÖGB-Frauen, dass es für die Qualifizierung Arbeit suchender Frauen nur eine Umschichtung von 15 Millionen Euro aus dem AMS-Budget innerhalb der nächsten drei Jahre geben wird. "Eine Qualifizierungsoffensive ist diese 'Verlegenheitsgeste' von Arbeitsminister Bartenstein definitiv nicht", so Csörgits. Den beiden MinisterInnen fehle jegliches Engagement zur Verbesserung der Beschäftigungs- und Einkommenssituation der Frauen. Csörgits: "Die Chancengleichheit der Frauen - das interessiert die beiden offensichtlich nicht."

ÖGB, 30. Juni
2005 Nr. 425

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