Niederwieser: Modernes Schulsystem statt halbherziger Ferientipps

Kein Nachzipf und Sitzenbleiben in modernen Schulen

Wien (SK) "Was unsere Kinder brauchen, sind moderne Schulen, international erprobte und erfolgreiche pädagogische Konzepte, die Lust am Lernen vermitteln. Was unseren Kindern sicher nicht hilft, sind die obligatorischen Ferien-Tipps von Bildungsministerin Gehrer für jene Schülerinnen und Schüler, die einen Nachzipf haben oder sitzen bleiben", erklärte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ zum bevorstehenden Schulschluss. ****

Die Ratschläge, die Gehrer Jahr für Jahr im gleichen Wortlaut ausschickt, muten für Niederwieser blauäugig an. Sitzenbleiben und Wiederholungsprüfungen würden vielen SchülerInnen große psychische Probleme bereiten und oftmals zu Erkrankungen - in manchen Fällen sogar bis zum Selbstmord -führen. Dabei seien Klassenwiederholungen und Nachzipf kein unabänderliches Schicksal, im Gegenteil, in den international erfolgreichen Schulsystem seien sie überhaupt nicht bekannt. "Und wie PISA beweist, leiden auch die Leistungen der Kinder nicht darunter." "Allerdings", so Niederwieser weiter, "empfehle ich Gehrer, nicht so sehr nach Korea zu schauen, wie sie es jüngst vorgeschlagen hat, sondern in die skandinavischen Länder."

Der SPÖ-Bildungssprecher fordert statt halbherziger Ferientipps, statt Mini-Schulpaketen und neuen Disziplinarmaßnahmen für Schüler eine echte Modernisierung und Qualitätsverbesserung des Schulsystems. Dazu würden eine bessere Lehrerausbildung, interessanter Unterricht, objektive Evaluierung der Leistungen von Schülern und Lehrern, Förderprogramme, frühe Sprachförderung, viel Augenmerk auf ein gutes Schulklima und Motivierungsmaßnahmen für Lehrer gehören. "Verstaubte Maßnahmen wie das Sitzenbleiben gehören in die didaktische Besenkammer entsorgt", so Niederwieser.

Die Annäherung an ein solches Schulsystem finde leider nur unter der Lupe betracht statt, so der SPÖ-Bildungssprecher mit Verweis auf das Schulpaket, das kommende Woche verabschiedet werden soll. "Macht die ÖVP in dem Tempo weiter, werden die jetzigen Schüler die neue Schule erst für ihre Enkel bekommen", schloss der SPÖ-Bildungssprecher. (Schluss) cs

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