KfV-SERIE "VORMERKDELIKTE" TEIL 6: BEI 0,2-0,4 SEKUNDEN ABSTAND WIRD ES ZU ENG!

Im letzten Teil der Info-Serie zum Vormerksystem geht es um den richtigen Sicherheitsabstand

Wien (OTS) - Unter den österreichischen Autofahrern scheint es ein sehr großes Aggressionspotenzial zu geben. Die europäische Studie "Social Attitudes to Road Traffic Risk in Europe" (SARTRE) hat ergeben, dass sich 63 Prozent der österreichischen Autofahrer von anderen Autofahrern genervt fühlen. Gleichzeitig wird zu dichtes Auffahren als sehr riskantes Verhalten empfunden: 80 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass mangelnder Sicherheitsabstand eine häufige Unfallursache ist. "Mit ihrer Einschätzung liegen die Österreicher gar nicht so falsch", stellt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), fest. "Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass auf Autobahnen auf der ersten Spur (rechts) rund 39 Prozent der Autofahrer einen Sicherheitsabstand halten, der kleiner als zwei Sekunden ist. Auf der zweiten Spur kommen sogar 57 Prozent ihrem Vordermann gefährlich nahe." 2004 wurden 10.163 Auffahrunfälle gezählt, das ist fast ein Viertel aller Unfälle mit Personenschaden. Auf Autobahnen macht der Anteil der Auffahrunfälle sogar 45 Prozent aus (1.146 von 2.547 Unfällen im Jahr 2004). Insgesamt starben im letzten Jahr 76 Menschen durch Auffahren auf ein fahrendes oder stehendes Fahrzeug.

Von Unachtsamkeit abgesehen wird der haarbreite Abstand von drei Viertel der Autofahrer ganz bewusst in Kauf genommen, weil der Vordermann dem subjektiven Empfinden nach zu langsam fährt oder großes Vertrauen in die eigene Kontrollfähigkeit gesetzt wird. Sogar bei widrigen Verhältnissen wird zwar die Geschwindigkeit reduziert, aber der Abstand trotzdem nicht vergrößert: Laut KfV-Studien beträgt der durchschnittliche Abstand auf Schneefahrbahnen im Ortsgebiet 1,72 Sekunden. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49 km/h entspricht das einem Abstand von 23,4 Meter, der Anhalteweg bei diesem Tempo beträgt aber 60 Meter!

Vormerkdelikt: Unzureichender Sicherheitsabstand von 0,2 - 0,4 Sekunden

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) enthält die Verpflichtung zum Einhalten eines Sicherheitsabstandes: Der Lenker eines Fahrzeuges muss stets so viel Abstand zu seinem Vordermann halten, dass er jederzeit anhalten kann, auch wenn das vordere Kfz plötzlich abbremst.

Wer den mit technischen Messgeräten festgestellten Sicherheitsabstand von 0,2 bis 0,4 Sekunden nicht einhält, handelt sich ab 1. Juli eine Vormerkung im Führerscheinregister ein (Anm.: 0,2 Sekunden entsprechen bei 130 km/h ca. 7,2 Meter). Zusätzlich müssen diese Drängler mit einer Strafe von bis zu 726 Euro rechnen. Wird unter besonders gefährlichen Verhältnissen - zum Beispiel bei Nebel -gedrängelt, kann die Geldstrafe bis zu 2.180 Euro betragen.

Entzugsdelikt: Sicherheitsabstand kleiner als 0,2 Sekunden

Neu ist auch, dass es sich um ein so genanntes Entzugsdelikt handelt, wenn man sozusagen schon an der Stoßstange seiner Mit-Verkehrsteilnehmer "pickt". Fällt der Sicherheitsabstand unter 0,2 Sekunden, wird der Führerschein daher sofort abgenommen. Die Entzugsdauer verlängert sich um zwei Wochen, wenn bereits ein Vormerkdelikt registriert wurde.

Formel zur Berechnung des Abstandes:

(Geschwindigkeit in km/h : 3,6) x Sekunden

Der optimale Abstand beträgt bei 100 km/h übrigens zwei Sekunden.

Eine Zusammenfassung aller Vormerkdelikte finden Sie unter www.kfv.at

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Dolores Omann
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