Greenpeace-Bericht: Zwölf Prozent Windenergie weltweit bis 2020

Investitionsentscheidungen für die Weltenergie sind jetzt notwendig

Wien/Brüssel. (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace präsentiert heute der Welt, knapp eine Woche vor dem G8-Gipfel im schottischen Gleneagles, den neuen Bericht zum Ausbau der Windenergie "Windstärke 12". Dieser Bericht wurde gemeinsam mit der europäischen Windindustrie und dem Weltwind-Energierat erstellt. Die darin aufgezeigten Möglichkeiten, die Windenergie bis 2020 auf zwölf Prozent des Weltstrombedarfs ausbauen zu können, würden in diesem Zeitraum elf Milliarden Tonnen CO2 einsparen. 13 Länder spielen hier weltweit die Hauptrolle. Das ist etwa 14 Mal so viel wie Österreich pro Jahr an CO2-Emissionen verursacht. Derzeit werden durch die Windenergie in Europa 50 Millionen Tonnen Emissionen an CO2 pro Jahr eingespart. Bis zum Jahr 2010 könnte durch einen weiteren Ausbau der Windenergie bereits ein Drittel der CO2-Reduktion aus dem Kyoto-Protokoll erfüllt werden. Der Weltmarkt für Windenergieturbinen würde sich von heute acht Milliarden Euro auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2020 vergrößern, so der Report. "Dazu müssten die Weichenstellungen für ein energieunabhängiges und sauberes Europa jetzt gestellt werden", fordert Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer auch Österreich auf, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Gleichzeitig könnte die Welt durch den Ausbau der Windenergie auf die gefährliche Atomenergie als vermeintlich bessere Zwischenlösung verzichten. "Windenergie ist technologisch ausgereift, wird im Verhältnis zu Öl, Kohle und Gas immer billiger und verringert die Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Windenergie kann viel rascher und umweltfreundlicher den CO2-Ausstoß bei der Stromproduktion reduzieren", betont Mayer. Greenpeace fordert nun, dass weltweit die Weichen in Richtung Ausbau erneuerbarer Energien gestellt werden, weil die Investitionsentscheidungen im Stromsektor der nächsten Jahre den CO2-Ausstoß und die Atommüllproduktion für viele Jahrzehnte festlegen werden. "Jede Behinderung des raschen Windenergieausbaus bedeutet unweigerlich mehr CO2-Ausstoß in Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken oder die Inkaufnahme von weiteren Atomkraftwerken mit all ihren Gefahren. Darum muss die Welt jetzt handeln. Die EU sollte mit gutem Beispiel vorangehen!" fordert Mayer die politischen Entscheidungen jetzt zu treffen.

Greenpeace kritisiert, dass es auf EU-Ebene noch immer keine verbindlichen Ausbauziele für sauberen Strom aus Wind, Biomasse und Sonne gibt und dass Staaten wie Deutschland und Österreich über ein Ende des Windenergieausbaus laut nachdenken. "In Österreich mehren sich die Zeichen, dass die Bundesregierung das bisher sehr erfolgreiche Ökostromgesetz zu Grabe tragen will und verhindert den Fertigbau von Windanlagen, die bereits genehmigt sind und 100 Megawatt Strom liefern könnten", kritisiert Mayer die Fehler in der heimischen Energiepolitik. Im Report "Windstärke 12" sprechen sich Greenpeace und der europäische Windenergieverband für klare Mindestziele für Ökostrom bis 2020 und darüber hinaus aus. "Große Investitionen in Öko-Kraftwerke, die eine Laufzeit zwischen 20 und 40 Jahren haben, brauchen ein langfristiges, planbares und sicheres Umfeld und nicht energiepolitische Bocksprünge", fordert Mayer. "In Österreich muss der längerfristige Anteil von Ökostrom bis 2010 von 10 Prozent und bis 2035 von 30 Prozent, gerechnet ohne die bisherige Großwasserkraft, jetzt im Ökostromgesetz verankert werden", ruft Mayer den verantwortlichen Minister Martin Bartenstein zum Handeln auf.

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Mag. Erwin Mayer, Greenpeace Energieexperte, tel. 01-5454580-48 oder 0664 -2700441.
Bericht "Windforce 12" unter http://www.greenpeace.at/2118.html zum Download.

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