Gewerkschaften nicht schuld an Arbeitsplatzverlust!

Wien (GdC/ÖGB) - Mit einer untergriffigen Behauptung ließ Peter Untersperger, der Obmann des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs, aufhorchen: Er machte nämlich den vor kurzem getätigten Kollektivvertragsabschluss für den zukünftigen Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Dem tritt die Gewerkschaft der Chemiearbeiter deutlich entgegen. Deren Vorsitzender und zugleich Verhandlungsführer, Wilhelm Beck, dazu: "Es grenzt an Unverfrorenheit die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass die chemische Industrie 2004 dank der guten Exportkonjunktur das stärkste Wachstum seit 2000 hinlegen konnte und für das heurige Jahr ein mehr als doppelt so hoher Zuwachs wie in der europäischen Chemiebranche erwartet wird, aber gleichzeitig die Gewerkschaft für offensichtlich geplante Kündigungen verantwortlich zu machen. Wie schwer die durchgesetzte Lohn- und Gehaltserhöhung die Branche angeblich trifft ist schon daran zu ermessen, dass die gesamten Mehrkosten von 60 Mio. Euro (für 40.000 Beschäftigte) nicht einmal den Jahresgewinn jenes Unternehmens erreicht in dem Herr Untersperger Vorstand ist."++++

Dass für hochbezahlte Manager die Gewinnmaximierung an der Spitze der Begehrlichkeit steht, ist ja nicht besonders neu. Dass dies oft über die Reduzierung von Arbeitsplätzen erfolgt, ebenfalls. Jetzt aber den Arbeitnehmervertretern quasi den "Schwarzen Peter" zuzuschieben, ist schlicht ungeheuerlich.

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die Mitarbeiter der Chemischen Industrie waren Mitte Mai nach drei äußerst schwierigen Gesprächsrunden mit einer Lohnerhöhung von 3,1 Prozent abgeschlossen worden.

ÖGB, 30. Juni
2005
Nr. 423

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