DREI KÜNSTERLINNEN ERHIELTEN FRAUEN.KUNST.PREIS 2005

Nationalratspräsident Khol lud ins Hohe Haus, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer überreichte die Preise

Wien (ÖVP-PK) - Zahlreiche Gäste, darunter viele Abgeordnete, sowie Sponsoren und Künstler konnte gestern, Mittwoch Abend, Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol bei der Vergabe des "frauen.kunst.preises 2005" im Parlament begrüßen. "Mit dem Kunstpreis, der heuer bereits zum vierten Mal an drei Künstlerinnen vergeben wurde, sollen herausragende Leistungen von Künstlerinnen aus verschiedenen Sparten des künstlerischen Ausdrucks und Schaffens ausgezeichnet werden", so Khol. Ins Leben gerufen wurde der Preis von ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg. Dr. Gertrude Brinek. Die Preisverleihung nahm - wie auch schon in den letzten drei Jahren -Bildungsministerin Elisabeth Gehrer vor. ****

Der frauen.kunst.preis 2005 - insgesamt mit 6.000 Euro dotiert -wurde an die drei Künstlerinnen Dr. Erika Wimmer, geb. in Bozen (Literatur), Franziska Werner, geb. in Deutschland (darstellende Kunst) und Ilse Haider, geb. in Salzburg (bildende Kunst) verliehen.

BRINEK: ALTERSGRENZEN FÜR KUNSTPREISE UND STIPENDIEN AUFHEBEN

"Lange Zeit war es Männern vorbehalten, künstlerisch tätig zu sein. Frauen waren allenfalls die Objekte männlichen künstlerischen Ausdrucks. Wenn sie zum Beispiel Töchter von Malern waren, oder zur höfischen Schicht gehört haben, beziehungsweise "Salonniéres" fungierten, konnten sie mit eingeschränkter Anerkennung rechnen. Das öffentliche Frauenbild folgte dem, wie Frauen von Männern gesehen wurden; tugendhaft, schicklich, zurückhaltend, am Typus der häuslichen, familienorientierten Frau orientiert, das ein bestimmtes Schönheitsideal repräsentierte. Es waren Pionierinnen, die Klischees überwanden, die Grenzen sprengten und einen radikalen künstlerischen Ausdruck wagten, ihnen kann nicht genug gedankt werden", so ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek zum Grund für die Preisverleihung.

Aufmerksamkeit für Künstlerinnen gab es in den späten 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts - durch den Aktionismus. Der Körperbezug wurde auch von Frauen thematisiert, nannte Brinek in diesem Zusammenhang Valie Exports Tapp- und Tastkino als Beispiel.

Heute habe sich die Situation geändert. Mehr Frauen als Männer würden mit einem Kunststudium beginnen; nach dessen Abschluss seien allerdings nur mehr wenige in der künstlerischen Öffentlichkeit zu finden. "Die Logik des Kunstmarktes macht es für viele Frauen offenbar schwer möglich, sich nachhaltig als Künstlerinnen zu etablieren. Dazu kommt die geringe Bezahlung und die Herausforderungen, die aus typischen Frauen-Biografien resultieren:
Künstlerinnen haben in der Zeit der frühen Mutterschaft mit besonderen Belastungen umzugehen. Künstlerisch arbeiten heißt, sich nachhaltig zu vertiefen, sich konzentriert einzulassen, Zeit- und Raumgrenzen zu überwinden und besonders flexibel und mobil zu sein. Es ist daher notwendig, Altersgrenzen für Preise und Stipendien zu überprüfen, anzupassen, allenfalls aufzuheben. Der Frauenkunstpreis kennt keine Altersgrenzen, obwohl mit ihm jüngere Frauen ausgezeichnet werden. Neben Unterstützungsprogrammen für Künstlerinnen in Galerien und Museen ist es notwendig, immer wieder Orte der künstlerischen Präsentation zu finden, um vor allem jungen Künstlerinnen die Chance der Auszeichnung zu bieten. Das Parlament ist dafür ein besonders geeigneter Präsentationsort", so die Abgeordnete weiter.

"Aus meiner 30jährigen Berufserfahrung weiß ich, wie wichtig öffentliche Anerkennung für Frauen ist - nicht nur für die eigene Selbstsicherheit, sondern auch für die gesellschaftliche Rezeption ihres Schaffens, so a.o. Univ.Prof. Dr. Elena Ostleitner von der Universität für Musik und Darstellende Kunst und Jurysprecherin, welche die Laudatio auf die Künstlerinnen hielt. Der Beitrag beider Geschlechter in Kunst und Kultur müsse zugänglich sein und eine entsprechende Würdigung erfahren. Diese Preisverleihung an begabte Frauen schaffe eine wichtige Brücke zur Öffentlichkeit am Beginn einer viel versprechenden Karriere. Alle drei Preisträgerinnen hätten drei Dinge gemeinsam: die Begeisterung, Faszination und ihre Liebe zum Beruf.

Es sei wichtig, dass sich Frauen gegenseitig helfen und fördern und Seilschaften bilden wie die Männer, so Bundesministerin Gehrer in ihrer Rede. Es sei notwendig, bewusst Frauenförderung in vielen Bereichen zu machen und Frauen in wichtige Positionen zu bringen. Noch immer seien Frauen nicht in allen Bereichen des öffentlichen Lebens entsprechend vertreten, so die Ministerin weiter.

Die diesjährigen Preisträgerinnen wurden auch heuer von einer unabhängigen Jury ausgewählt, welcher neben Ostleitner als Jurysprecherin Dr. Martina Fleischer, Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste, a.o. Univ.Prof. Mag. Franziska Maderthaner, Universität für angewandte Kunst, IG Bildende Kunst, Dr. Johanna Rachinger, Österreichische Nationalbibliothek, Mag. Petra Seiser, Galerie Curtze, Dr. Christa Steinle, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Dr. Monika Wogrolly, Schriftstellerin, Mitglied der Grazer Autorenversammlung, und Dr. Andrea Wolfmayr, Schriftstellerin, Mitglied der Grazer Autorenversammlung, angehörten.

DIE PREISTRÄGERINNEN

Dr. Erika Wimmer, Jg. 1957, für die Sparte Literatur: Die in Bozen geborene Autorin studierte Germanistik, Anglistik und Vergleichende Literaturwissenschaft. Sie ist Mitarbeiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv in Innsbruck und ist nicht nur mit literarischen, sondern auch mit zahlreichen wissenschaftlichen Texten an die Öffentlichkeit getreten. Ihren Romanen wurde in den Medien außerordentliche Qualität bescheinigt.

Franziska Werner, Jg. 1981, für die Sparte darstellende Kunst: Die aus Deutschland gebürtige Schauspielerin hat kürzlich ihr Studium am Max-Reinhardt-Seminar an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien abgeschlossen und sich bereits in zahlreichen Rollen auf der Bühne, im Film und in Hörspielen mit großem Erfolg präsentiert.

Ilse Haider, Jg. 1965, für die Sparte bildende Kunst: Die Salzburger Künstlerin hat an der Akademie für Bildende Kunst bei Arnulf Rainer ihre Ausbildung erhalten und wurde im Anschluss zwei Jahre Stipendiatin am angesehenen Royal College of Art in London. Seit 1996 sind ihre Werke in renommierten Häusern im In- und Ausland präsentiert worden.

Fotos sind in Kürze im "Fotoalbum" auf der Homepage des Parlaments (www.parlament.gv.at) abrufbar.
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