OMV und IPIC übernehmen Europas zweitgrößten Kunststoffproduzenten Borealis zu 100%

Wien (OTS) -

  • OMV Anteile von 25% auf 35%, IPIC Anteile von 25% auf 65% gesteigert
  • Stärkung der OMV Wertschöpfungskette von Rohölverarbeitung bis zur Kunststoffproduktion
  • Ausbau starker Petrochemie-Position in Europa und im Mittleren Osten - mit Blick auf Zukunftsmärkte in China
  • Vertiefung der Partnerschaft mit Kernaktionär IPIC

OMV Aktiengesellschaft, Mitteleuropas führender Öl- und Gaskonzern, erwarb vom norwegischen Öl- und Gasunternehmen Statoil 10%-Anteile an Borealis. Borealis ist einer der international führenden Kunststoffproduzenten. Das Unternehmen erwirtschaftete 2004 mit rund 4.500 Mitarbeitern einen Umsatz von EUR 4,6 Mrd, allein in Österreich betrug der Umsatz rund EUR 1 Mrd. Die OMV verfügt nunmehr über 35% an Borealis. Gleichzeitig stockte die International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi, einer der Kernaktionäre der OMV, ihren Borealis-Anteil von 25% auf 65% auf. In Zukunft halten IPIC und OMV gemeinsam 100% am Kunststoffkonzern. Die entsprechenden Verträge wurden am 30. Juni 2005 unterzeichnet. OMV Generaldirektor Stellvertreter Gerhard Roiss übernimmt für die laufende Funktionsperiode von Statoil die Funktion des Chairman (Aufsichtsratsvorsitzender) der Borealis. Der Kaufpreis für die 50%-Anteile von Statoil beträgt EUR 920 Mio, der OMV Anteil beläuft sich auf EUR 184 Mio. Überdies ist vereinbart, dass Borealis für 2005 eine Dividende von EUR 80 Mio an Statoil zahlt. Die Transaktion ist vorbehaltlich der Zustimmung der entsprechenden Wettbewerbsbehörden, mit dem Closing wird im Laufe des vierten Quartals 2005 gerechnet. Gerhard Roiss: "Die Kunststoffaktivitäten der Borealis sind wichtiger Bestandteil der OMV Wertschöpfungskette, von der Rohölverarbeitung in unseren Raffinerien über die Petrochemie bis zur Kunststoffproduktion. Durch die Aufstockung unseres Anteils können wir die integrierten Wachstumsmöglichkeiten in Zukunft besser und aktiver gestalten." Die Partnerschaft mit OMV Kernaktionär IPIC mit Sitz in Abu Dhabi verstärkt diese Synergien durch die gute Position der Borealis mit ihren Kunststoffanlagen in den Vereinigten Emiraten. Diese rohstoffreiche Region im Mittleren Osten ist von besonderer Bedeutung durch ihre Nähe zum Wachstumsmarkt China, dem weltweit größten Kunststoffimporteur. Durch den derzeitigen Ausbau Schwechats zu einem der führenden Kunststoffstandorte Europas, der 2005 abgeschlossen werden soll, sowie der bestehenden Borealis-Forschungseinrichtung in Linz werde auch Österreich als Borealis-Standort weiter aufgewertet, so Roiss. OMV und IPIC haben überdies vereinbart, mittelfristig einen Börsegang der Borealis in Erwägung zu ziehen. Borealis: größter Kunde der OMV Raffinerien Schwechat und Burghausen Borealis verarbeitet rund 85% der von der OMV erzeugten Petrochemieprodukte und ist damit größter Kunde der beiden OMV Raffinerien in Schwechat und Burghausen (Deutschland). 2004 betrug der Umsatz von petrochemischen Produkten der OMV mit Borealis an diesen beiden Standorten rund EUR 570 Mio. Die dort von der OMV erzeugten Petrochemieprodukte werden via Ethylen/Propylen-Pipelines zu den unmittelbar benachbarten Polyolefin Anlagen der Borealis transportiert. 2004 setzte die OMV rund 1,1 Mio t Ethylen und Propylen in Schwechat und Burghausen ab, davon rund 650.000 t in Schwechat. Damit deckt OMV rund 30% des Borealis-Bedarfs an Petrochemieprodukten ab und ist größter Monomerlieferant für den Kunststofferzeuger. Die langfristigen Lieferverträge zwischen Borealis und den skandinavischen Produktionsanlagen von Statoil bleiben weiterhin aufrecht. Schwechat wird einer der führenden Kunststoffstandorte Europas Die Stärkung der Wertschöpfungskette OMV und Borealis wird auch in Schwechat weiter forciert. Die OMV Raffinerie Schwechat erweitert in diesem Jahr ihre Ethylen- und Propylenproduktion von 650.000 auf 900.000 t pro Jahr. Borealis stockt ihre Verarbeitungskapazität in Schwechat analog auf rund 1 Mio t pro Jahr auf. Die neuen Anlagen sollen im dritten Quartal 2005 in Betrieb gehen. Insgesamt werden rund EUR 400 Mio, jeweils zur Hälfte von OMV und Borealis in diesen Ausbau Schwechats zu einem der führenden Kunststoffstandorte Europas investiert. Damit wird die Nr. 2 Position der Borealis in Europa und das Petrochemiegeschäft der OMV nachhaltig gestärkt. Gerhard Roiss: "Diese Kapazitätserweiterung - es ist die größte Einzelinvestition in diesen Standort - bringt der OMV mit Borealis die führende Position bei der Versorgung Mitteleuropas mit hochwertigen Kunststoffprodukten." Der Einsatz eigener Borstar Technologie verstärkt den Wettbewerbsvorteil von Borealis. Strategisch hervorragende Position im rohstoffreichen Mittleren Osten - Nähe zu Wachstumsmarkt China Über eine hervorragende Wettbewerbsposition verfügt Borealis auch im Mittleren Osten mit den Kunststoffanlagen Borouge in Abu Dhabi. In dieser Region wird - auf Grund der günstigen Rohstoffkosten - ein wesentlicher Teil der künftigen weltweiten Investitionen der Kunststoffindustrie in neue Polyolefinanlagen stattfinden. Borealis hat diesen Trend rechtzeitig erkannt und ist der Entwicklung einen Schritt voraus. Der Standort Abu Dhabi ist vor allem mit Blick auf den Wachstumsmarkt China von hervorragender Bedeutung, Borealis ist mit Borouge bestens aufgestellt, um die stark steigende Nachfrage nach Kunststoffprodukten aus diesem Raum bedienen zu können. Durch die Anteilserhöhung der OMV an Borealis ist die OMV in der Lage vom Standort- und damit Kostenvorteil im arabischen Raum verstärkt zu profitieren. "Hier kommen die Synergien mit unseren Partnern in Abu Dhabi voll zur Geltung", erklärte Gerhard Roiss. Borouge, ein Joint Venture zwischen der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) und Borealis produziert jährlich rund 600.000 Tonnen Ethylen und 600.000 Tonnen Polyethylen und dient als exklusiver Vertriebskanal von Borealis-Produkten im Nahen Osten und dem Asien-Pazifik Raum, die weltweit größte Wachstumsregion für Kunststoffprodukte. Hintergrundinformation: Monomere und Kunststoffe: Wichtigste Anwendungsgebiete für Polyethylen mit Rohstoff Ethylen sind Folien für die Verpackungsindustrie sowie Lager- und Transportbehälter. Polypropylen mit dem Ausgangsprodukt Propylen wird zur Erzeugung von Verpackungen und Textilien verwendet. Weiteres Einsatzgebiet ist die Autoindustrie, dort findet Polypropylen unter anderem zur Herstellung von Stoßstangen und Armaturen usw. Verwendung. Synergien durch Integrationsgrad OMV und Borealis Im Zuge der Einbringung der 100% OMV Tochter PCD Polymere in Borealis im Jahr 1998 beteiligte sich die OMV gemeinsam mit IPIC mit ursprünglich 50% am Kunststoffkonzern. Die OMV unternahm diesen Schritt in einer Konsolidierungsphase der internationalen Kunststoffbranche. Die Kunststoffaktivitäten der Borealis stellen einen integrierten Bestandteil der OMV Petrochemiekette dar. Neben der Steigerung des Unternehmenswertes von Borealis ist die Absicherung der Profitabilität der OMV Cracker in Schwechat und Burghausen eine wesentliche Zielsetzung für die Petrochemieaktivitäten. Dies bedeutet, den hohen Integrationsgrad Borealis und OMV im Bereich Petrochemie weiter auszubauen. Borealis Borealis ist einer der weltweit führenden Hersteller von hochqualitativen Polyolefinen. Der Konzern produziert Polyethylene und Polypropylene - insgesamt rund 3,5 Mio t pro Jahr. Die Konzernzentrale befindet sich in Dänemark. Borealis hat Produktions- und Compoundanlagen in Belgien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Italien, Norwegen, Österreich, Schweden, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Customer Services Centres gibt es in Österreich, Belgien, Finnland, Deutschland, Italien, Norwegen, Singapur, Spanien, Schweden, Türkei und den USA. Im Jahr 2004 verzeichnete das Unternehmen mit rund- 4.500 Mitarbeitern einen Umsatz von EUR 4.628 Mio und einen Jahresüberschuss von EUR 203 Mio. In Österreich erwirtschaftete Borealis im Jahr 2004 mit rund 690 Mitarbeitern (500 Schwechat, 190 Linz, 120 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Burghausen) einen Umsatz von EUR 1 Mrd. Bedeutend ist der Forschungsstandort in Linz mit insgesamt 190 Beschäftigten. Mit seiner Pilotanlage für die Entwicklung technischer Compounds ist Linz für Borealis ein wichtiger Standort im Automotive-Bereich. Weiters ist die Produkt- und Marktentwicklung sowie Marketing und Vertrieb in den Segmenten Engineering Applications (Automobil- und Haushaltsgeräteanwendungen) in Linz beheimatet. Bei Automobil- und Haushaltsanwendungen (Stoßtangen, Armaturenbretter, Kaffeemaschinen- und Staubsaugergehäuse etc) setzt Borealis mit den in Linz entwickelten Produkten internationale Standards im Bereich Technologie und Know-how. OMV und IPIC: Starke strategische Allianz Die Internationale Petroleum Investment Company (IPIC), eine international tätige strategische Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi, ist mit 17,6% an der OMV Aktiengesellschaft beteiligt. Damit ist die IPIC neben der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) zweitgrößter Aktionär der OMV. Mit der IPIC als starkem strategischen Partner verfügt die OMV über gute Kontakte in die Vereinigten Arabischen Emirate, eines der prosperiendsten und stabilsten Länder der rohstoffreichen Golf-Region. OMV Aktiengesellschaft: Mit einem Konzernumsatz von EUR 9,88 Mrd und einem Mitarbeiterstand von 6.475 im Jahr 2004 sowie einer Marktkapitalisierung von über EUR 10 Mrd ist die OMV Aktiengesellschaft das größte börsenotierte Industrieunternehmen Österreichs. Als führendes Erdöl- und Erdgasunternehmen Mitteleuropas ist der OMV Konzern im Bereich Raffinerien & Marketing (R&M) in 13 Ländern tätig mit dem Ziel den Marktanteil bis 2008 auf 20% zu erhöhen. Im Bereich Exploration & Produktion (E&P) ist die OMV in 18 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Im Bereich Erdgas verfügt die OMV über Speicher, ein 2.000 km langes Leitungsnetz und transportiert jährlich 43 Mrd m" in Länder wie Deutschland oder Italien. Die OMV besitzt integrierte Chemie- und Petrochemiebetriebe und ist nun zu 35% an Borealis A/S, einem der weltweit führenden Polyolefin-Produzenten beteiligt. Weitere wichtige Beteiligungen: 51% an Petrom SA, 50% an der EconGas GmbH, 45% am BAYERNOIL-Raffinerieverbund, 10% an der ungarischen MOL. Mit der Übernahme der Aktienmehrheit an Petrom durch die OMV im Jahr 2004 entstand der größte Öl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas mit Öl- und Gasreserven von über 1,4 Mrd boe, einer Tagesproduktion von rund 345.000 boe und einer jährlichen Raffineriekapazität von 26,4 Millionen Tonnen. OMV verfügt nunmehr über 2.375 Tankstellen in 13 Ländern. Der Marktanteil des Konzerns im Bereich R&M im Donauraum beträgt damit rund 18%. Petrom verfügt derzeit über 50.737 Mitarbeiter und wurde in der Bilanz 2004 konsolidiert: Bereits im ersten Quartal 2005 trug die Petrom positiv zum Ergebnis der OMV bei. Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at Rückfragehinweis:

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