Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs: Einigung mit der Ärztekammer für Wien nicht möglich

Trotz 1,5-jähriger Verhandlungszeit heute bei Schlussverhandlung keine Einigung zwischen Wiener Ärztekammer und Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs

Wien (OTS) - "Wir sind sehr betroffen, dass mit der Ärztekammer für Wien keine Einigung über die Höhe des Infrastrukturbeitrages erzielt werden konnte. Tatsache ist, dass wir während der gesamten 1,5-jährigen Verhandlungszeit auf die Wünsche der Ärztevertretung eingegangen sind und einen einheitlichen Belegarztvertrag für die Ärzteschaft in Wien abschließen wollten", so Karin Risser, Leiterin des Verhandlungsteams.

In einem mehrstündigen intensiven Verhandlungsgespräch lehnte die Ärztekammer die Anhebung des derzeit sechsprozentigen Infrastrukturbeitrages um drei Prozentpunkte für 2005 und 2006 bzw. um einen weiteren Prozentpunkt für die Jahre 2007 und 2008 ab. "Das ist insofern unverständlich, weil das Ergebnis der Mitgliederbefragung der Ärztekammer eindeutig ein Votum für eine Erhöhung bis zu vier Prozent ergeben hatte und die Anhebung weit unter dem in Wien üblichen Satz von mindestens zwölf Prozent gelegen wäre", zeigt sich Risser enttäuscht.

Fraglich bleibt, ob dies im Sinne der Wiener Ärzteschaft geschehen ist. Risser ortet hier eine offensichtliche Uneinigkeit zwischen Ärztekammer und den Belegärzten der Privatkrankenanstalten. Immerhin hatte sich die überwiegende Mehrheit (mehr als 60 Prozent) der Ärzte im Rahmen der Mitgliederbefragung für die Erhöhung ausgesprochen, wie die Ärztekammer in einer enstprechenden Aussendung bekannt gab.

Einheitliche Belegärztevereinbarung nun auch nicht Realität
Die im Zuge der Verhandlungen vom Verband im Zusammenhang mit der Erhöhung des Infrastrukturbeitrages angebotene einheitliche Vereinbarung kann jetzt aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden. Die Belegärzte der Wiener Privatkrankenanstalten verlieren dadurch etliche Vorteile:

- Rechtssicherheit durch den Abschluss eines längerfristigen Vertrages ohne der Möglichkeit einer einseitigen Aufkündigung. Ein Punkt, der vor allem für jene Belegärzte von großer Bedeutung ist, deren belegärztliche Tätigkeit die Existenzgrundlage darstellt.

- Vereinheitlichung der Vertragsbedingungen in allen Wiener Privatkrankenanstalten.

- Gründung eines ärztlichen Beirates in jeder Wiener Privatkrankenanstalt.

- Mitwirkungsrecht des ärztlichen Beirates bei medizinischen Investitionsvorhaben.

- Standardisierung der Abrechnungsmodalitäten und Verbesserung der Abrechnungstransparenz entsprechend den Wünschen der Ärztekammer für Wien.

- Verfügung über die Arzthonorare nur gemeinsam mit einem von der Ärztekammer für Wien bestellten Ärztevertreter.

Nunmehr muss sich jeder Belegarzt über die individuellen Vertragsbedingungen der einzelnen Privatkrankenanstalten informieren.

"Die Privatkrankenanstalten garantieren trotz des Scheiterns der Verhandlung weiterhin optimale Rahmenbedingungen für die Belegärzte und deren Patienten. Denn das ist nach wie vor unser zentrales Anliegen", unterstreicht Risser.

Rückfragen & Kontakt:

Karin Risser, MAS
Leiterin des Verhandlungsteams des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs
Mobil: 0664/5571054
e-Mail: verwaltung@privatkrankenanstalten.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WDM0001