Neues Volksblatt: "Missbrauch" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 30. Juni 2005

Linz (OTS) - Auch wenn sie sich über die SPÖ empören: Eigentlich sollten die Grünen froh sein, dass die Genossen in Sachen Asylregelungen mit der Regierung handelseins geworden sind. Denn damit bleibt ihnen in dieser Frage eine Solo-Position für den Wahlkampf. Ob damit allerdings zu punkten ist, steht auf einem anderen Blatt. Das wird man wohl auch in der SPÖ so gesehen haben -und gegen den Widerstand einiger weniger in den eigenen Reihen aufgewogen haben. Man kann aber auch schlecht im Boulevard auf den Putz hauen und einer Verschärfung der Asylregelungen das Wort reden, um dann aber - vielleicht sogar aus Rücksicht auf den potenziellen grünen Koalitionspartner - die Finger davon zu lassen. Den Missbrauch möglichst auszuschalten ist wohl im uneingeschränkten Interesse jener Flüchtlinge, denen tatsächlich Asyl zu gewähren ist. Sie haben am meisten unter dem Vorurteil zu leiden, dass Asylanten bloß Wirtschaftsflüchtlinge oder lauter Kriminelle seien. Wenn sich jenseits der Grenzen herumspricht, dass dem Scheinasylantentum der Riegel vorgeschoben wird, kann das für die tatsächlich zu Betreuenden nur gut sein.

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