Prammer brandmarkt Genitalverstümmelung: Alles tun um betroffenen Kindern zu helfen

Wien (SK) "Wir müssen alles tun, um den betroffenen Kindern
zu helfen", brandmarkte die zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bei einer Veranstaltung mit dem Titel "Harmful Traditions" am Mittwoch im Parlament, die den Verdiensten der Organisation "Menschen für Menschen" in diesem Bereich gewidmet war, die vor allem in Afrika gängige Praxis der Genitalverstümmelung (FGM) junger Mädchen. Thema waren generell menschenunwürdige Bräuche in der Dritten Welt, wobei besonders auf FGM eingegangen wurde. Prammer würdigte den Gründer von Menschen für Menschen Karlheinz Böhm als "Gutmensch, mit einer Bedeutung weit über Österreichs Grenzen hinaus" und zeigte sich erschüttert anhand von 120 Millionen betroffenen Frauen, "die an Körper und Seele verletzt sind", und von 270.000 Mädchen die "ständig in Gefahr schweben, Opfer dieser Praxis zu werden." Böhm versicherte, er werde alles dafür tun, diese Traditionen zu beenden. ****

"Als Europäerinnen alleine können wir nicht die Lösung anbieten, sondern müssen zuhören", machte Prammer deutlich. Zumindest sei es Gruppen wie "Menschen für Menschen" gelungen, das Tabu Genitalverstümmelung zu brechen, letztlich sei aber die Politik gefordert, führte die Zweite Nationalratspräsidentin aus. Es gehe darum, den Afrikanern Zukunftsperspektiven und Eigenständigkeit zu geben, sodass sie nicht auf Fremde angewiesen seien. In ihrer Funktion als Frauenministerin habe sie erfahren, dass dieses Problem nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa bestehe. Prammer betonte, dass FGM bei weitem nicht die einzige Tradition sei, die Frauen unterdrücke und führte in diesem Zusammenhang Kinder-, Zwangsheirat und Witwenverbrennungen an. Es sei jedoch arrogant, wenn man als Europäer glaube, dass es hier zu Lande nicht auch Gewalt gegenüber Frauen gäbe.

Prammer sind Gruppen, wie jene von Böhm, sehr wichtig, welche "die menschenverachtende Diskrepanz zwischen Arm und Reich verringern wollen." Sie würdigte auch dessen Frau, Almaz Böhm, als "Seele des Projekts." Die Zweite Nationalratspräsidentin sprach afrikanischen Gruppen sowie "Menschen für Menschen" ihren tiefsten Dank für deren Einsatz gegen FGM aus.

Karlheinz Böhm betonte, dass "all diese menschenverachtenden Traditionen von Männern eingeführt worden sind." Er räumte mit dem Gerücht auf, Praktiken wie FGM wären in der Bibel oder im Koran vorgeschrieben. Es handle sich dabei um eine der entsetzlichsten Grausamkeiten, die die Menschheit erfunden habe und "sie ist durchaus mit den KZs der Nationalsozialisten vergleichbar." Das dürfe man nicht länger dulden, schloss Karlheinz Böhm. (Schluss) re

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