Unterrichtsausschuss stimmt Gehrers Schulpaket I zu

Schwerpunkte bilden bedarfsorientiertes Angebot an Tagesbetreuung und 5-Tage-Woche

Wien (OTS) - "Der Unterrichtsausschuss hat heute dem ersten Schulpaket zugestimmt. Mit einem bedarfsgerechten Tagesbetreuungsangebot und der generellen Einführung der Fünf-Tage-Woche für alle 6- bis 14-Jährigen passen wir die Schule der modernen Arbeitswelt an", erklärte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer. Neben diesen gesetzlichen Maßnahmen werden an den Schulen weitere Neuerungen wie die bedarfsgerechte Gestaltung des Förderunterrichts, das Lesescreening in den Volks- und Hauptschulen und in den Unterstufen der Gymnasien, die Initiative Lesen fördern und die Entwicklung der Bildungsstandards umgesetzt.

Die Tagesbetreuung wird künftig österreichweit für alle 6- bis 14-Jährigen angeboten. Die Schulen werden die Eltern zeitgerecht informieren und den Bedarf erheben. Ist dieser gegeben, wird unter Wahrung der Wahlfreiheit der Eltern eine Tagesbetreuung angeboten. Ministerin Gehrer hat sichergestellt, dass der Bund den Pflichtschulen für jeweils 15 Kinder 5 Lehrerstunden, das entspricht 10 Betreuungsstunden zur Verfügung stellt. Die Gruppen können künftig klassen-, schulstufen- oder schulübergreifend gebildet werden. "Ein bedarfsgerechtes Angebot an Tagesbetreuungsplätzen zur Verfügung zu stellen ist eine wichtige Aufgabe, die Bund, Länder und Gemeinden gemeinsam wahrnehmen müssen", erklärte Gehrer.

Das Gesetz zur bedarfsorientierten Tagesbetreuung tritt 2006/07 in Kraft. Damit erhalten die Länder genügend Zeit für die Ausführungsgesetzgebung und die Schulen für die Vorbereitung. In der Übergangsfrist stellt der Bund für das Schuljahr 2005/06 weitere 8 Mio. € zusätzlich für die Tagesbetreuung zur Verfügung. Damit können an den Schulen die Betreuungsplätze auf über 60.000 gesteigert werden. Zusammen mit den im Schuljahr 2004/05 nicht abgerufenen Betreuungsplätzen stehen damit 11.300 zusätzliche Plätze zur Verfügung.

An allen Schulen der 6- bis 14-Jährigen wird künftig der Samstag frei sein. "Familien erhalten durch das längere Wochenende mehr Zeit füreinander", erklärte Gehrer. Bisher mussten die Schulpartner einen Beschluss mit Zwei-Drittel-Mehrheit fassen, wenn sie die Fünf-Tage-Woche einführen wollten. Künftig wird der freie Samstag österreichweit Standard sein. Wenn an einer Schule eine Sechs-Tage-Woche gewünscht wird, können die Schulpartner diese Ausnahme für ihre Schule beschließen.

Weitere Gesetzesänderungen werden für die Sicherstellung einer hohen Qualität der Berufsreifeprüfungen sorgen. In der ersten Klasse Hauptschule werden Kinder, die die Volksschule mit "AHS-Eignung" absolvieren, sofort mit Beginn des Schuljahres automatisch der höchsten Leistungsgruppe zugeordnet. Schulen können künftig Zusatzbezeichungen führen, um schulautonome Schwerpunktsetzungen besser darstellen zu können - sie können sich beispielsweise Sprachgymnasium oder IT-Hauptschule nennen. Der Unterrichtsgegenstand "Leibesübungen" wird zeitgemäß in "Bewegung und Sport" umbenannt und die verpflichtende Lehrerfortbildung im Schulunterrichtsgesetz verankert.

Alle diese Gesetze treten ab dem Schuljahr 2006/07 in Kraft. Neben den gesetzlichen Maßnahmen umfasst das Schulpaket I auch weitere Schritte, die der besseren Förderung der Schülerinnen und Schüler dienen und sofort umgesetzt werden. Dazu gehören verbindliche Lesetests in der dritten und fünften Schulstufe, die Initiative "Lesen fördern", die bedarfsorientierte Verwendung des Förderunterrichts, die Entwicklung von Bildungsstandards und die Weiterführung der Leadership-Academy, durch die 900 Direktorinnen, Direktoren und Führungskräfte im Schulbereich bis Ende 2005 eine Führungskräfteausbildung erhalten.

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