Rauch-Kallat präsentiert 5-Punkte-Programm zur Frauenbeschäftigung

Sozialpartner und Expert/innen diskutierten mit Frauenministerin und Wirtschaftsminister am Runden Tisch zur Frauenbeschäftigung

Wien (OTS) - "Es geht darum, die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt zu stärken",sagte heute, Mittwoch, Frauenministerin Maria Rauch-Kallat bei dem von ihr initiierten Runden Tisch zu Frauenbeschäftigung und Gleichstellung. Sie präsentierte dazu ein 5-Punkte-Programm. Um die Chancen für Frauen zu verbessern, sei es einerseits wichtig, dass sie gut und in wachsenden Branchen ausgebildet sind und dass die Möglichkeiten für den Wiedereinstieg nach der Karenzzeit optimiert werden.

5-Punkte-Programm zur Frauenbeschäftigung

1. Umfassende Reformen des AMS

"In jeder AMS Außenstelle soll es künftig mindestens drei frauenspezifisch ausgebildete Berater/innen und einen eigenen 'Frauenschalter' geben", so die Frauenministerin.

Weiters müssen bestehende frauenspezifische Angebote des AMS (z.B. Offensive für Wiedereinsteigerinnen) ausgebaut und intensiviert werden. Kurse, die zur Verhinderung eines Übertrittes in die Langzeitarbeitslosigkeit angeboten werden, sollen bedürfnisorientierter und individueller gestaltet werden.

Rauch-Kallat betonte, dass das AMS durch den hohen Anteil an Beraterinnen die idealen Voraussetzungen hätte, um Beratung "von Frauen für Frauen" zu machen, die Zufriedenheit mit der Beratung sei laut eigenen Umfragen des AMS bei Frauen allerdings weit geringer als bei Männern. Gleichzeitig kritisierte sie auch, dass Beratungsarbeit zwar zu mehr als 50% von Frauen geleistet werde, der weibliche Anteil bei den Landesgeschäftsführer/innen aber nur bei 22% liege. Im Vorstand des AMS sei keine Frau vertreten.

2. Bewusstseinsbildung bei Berufswahl

Nach wie vor würden sich viele junge Frauen unter rund 270 Lehrberufen im Großen und Ganzen für zehn entscheiden, und diese seien kollektivvertragsmäßig im unteren Lohnsegment. Aus diesem Grund seien Informationsmaßnahmen und -kampagnen, die sich an Schüler/innen und Eltern richten, geplant. Diese sollen ein Umdenken bei der Berufswahl herbeiführen und Stereotype abbauen.

Unterstützt werden seitens des Frauenministeriums auch diverse Pilotprojekte z.B. von der TU Graz ("Teens treffen Technik" und "CoMaed"), die Frauen motivieren, technische und besser bezahlte Berufe zu ergreifen.

Erfreut zeigte sich Rauch-Kallat über die, von Bundesminister Martin Bartenstein heute präsentierte, Initiative, Frauen verstärkt für handwerkliche und technische Berufe zu interessieren und für dieses Qualifizierungsprogramm 15 Millionen Euro aufzuwenden. "Damit ist ein wichtiger Schritt gesetzt, um Frauen vermehrt in männerdominierte Berufe zu bringen."

3. Qualifikationsmaßnahmen für gefährdete Gruppen

Es müsse eine Qualifikationsoffensive für die von Arbeitslosigkeit am meisten bedrohten Gruppen geben. "Ziel ist es, vor allem Frauen zum Nachholen des Hauptschulabschlusses zu motivieren sowie verstärkte Sprach- und Integrationskurse für Migrantinnen anzubieten", betonte Rauch-Kallat. "Aber auch laufende Weiterbildungs- und zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen in Übergangsphasen sind notwendig und müssen vom AMS gefördert werden."

4. Wachstumsmarkt Gesundheitsberufe

"Gesundheitsberufe haben auf dem Arbeitsmarkt ein enormes Wachstumspotenzial und der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal ist sehr hoch bzw. wird in Zukunft weiter steigen. Rund 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze sind im Gesundheitswesen in den kommenden fünf Jahren möglich.

Um den Interessentinnenkreis für diesen Tätigkeitsbereich zu erweitern und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherzustellen wurde bereits die Teilzeitausbildung im Pflegebereich und für Ärzt/innen (Turnus-und Fachärzt/innen) realisiert", so Rauch-Kallat.

Ebenfalls umgesetzt sei die Reform im MTD- und Hebammengesetz, mit der die Ausbildung zu den sieben MTD-Berufen und für Hebammen künftig als FH-Bakkalaureatsstudiengang möglich ist.

Die Aufschulung und weitere Qualifizierung des pflegenden Personals hätte laut Rauch-Kallat zentrale Bedeutung. Deshalb werde ein österreichweites Pilotprojekt weitergeführt, bei dem rund 600 Pfleger/innen die geförderte Möglichkeit einer berufsbegleitenden Ausbildung und Aufschulung zur Diplomierten Pfleger/in hätten.

5. Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit Familie und Beruf

Abschließend forderte Rauch-Kallat die Möglichkeit zur steuerlichen Geltendmachung der Ausgaben für Kinderbetreuungsleistung sowie unter anderem bedarfsgerechte Öffnungszeiten in Kinderbetreuungseinrichtungen und eine leistbare Ferienbetreuung.

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BM für Gesundheit und Frauen
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