Wirtschaftsbund: Mehr Privat und mehr Wettbewerb für den Postmarkt

Wien (OTS) - Mehr Privat und mehr Wettbewerb möchte der Österreichische Wirtschaftsbund für den heimischen Postmarkt. Zudem will man die Post-Liberalisierung bereits 2007. Eine Studie des deutschen Unternehmens M.R.U., das auf den Markt der Kurier-, Express-, Paket- und Postdienste spezialisiert ist, unterstützt die Argumente des Wirtschaftsbundes. Die Gesamtstudie ist auf Anfrage erhältlich. ****

Unser Interesse ist es die Versorgung mit konkurrenzfähigen Postdiensten sicherzustellen, erklärte der Generalsekretär des Wirtschaftsbundes Karlheinz Kopf heute, Mittwoch, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem M.R.U.-Geschäftsführer Horst Manner-Romberg. Derzeit sei die Versorgung des ländlichen Raumes nicht gewährleistet und die Preisgestaltung der Post unbefriedigend. "Das ist das Ergebnis einer de facto Monopolstellung der Post", so Kopf. Die Versorgung mit kostengünstigen und konkurrenzfähigen Postdiensten sei ein wesentlicher Standortfaktor. "Ermöglichen wir daher die Zulassung privater und moderner Anbieter für alle Postbereiche und sorgen wir für mehr Wettbewerb und günstigere Preise. Denn mehr Wettbewerb bewegt letztendlich auch die Post", sagte Kopf.

Ein befreiter Postmarkt, das würden andere internationale Märkte zeigen, bedeutet ein beträchtliches Wachstum, erklärte Manner-Romberg am Beispiel Deutschland. Obwohl private Anbieter durch Lizenzen erst fünf Prozent Marktanteil haben, überkompensieren sie bereits den Jobabbau durch die Deutsche Post. Gerade in den strukturschwachen Regionen würden neue privat geführte Postdienste zu einer höheren Beschäftigung beitragen. Laut Berechnungen der M.R.U. können auch in einem freien Postmarkt Österreich kurzfristig (innerhalb von drei Jahren) rund 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Ohne rechtzeitige Marktöffnung würde der ländliche Raum geschwächt, so Manner-Romberg.

Die Forderungen des Wirtschaftsbundes: die Einrichtung eines starken unabhängigen Regulators in der RTR (Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde) für faire Wettbewerbsbedingungen und vor allem zum Schutz der sich neu bildenden privaten Postdienstleister, ein fixes Datum für die Freigabe des gesamten Monopolbereichs, die Vollliberalisierung per 1.1.2007 und verpflichtende und einheitliche Rabatte für Unternehmen die Teilleistungen übernehmen. Was die Aufrechterhaltung des Universaldienstes betrifft, kann sich der Wirtschaftsbund dessen Finanzierung über einen mit Beiträgen aller Postanbieter gespeisten Fonds vorstellen.

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