Maier: Reputation der heimischen Biobranche steht auf dem Spiel

Lückenlose Aufklärung von Pröll und Rauch-Kallat gefordert

Wien (SK) Konsequenzen aus dem in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend" dargestellten Skandal im heimischen Biolandbau forderte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die marktdominierende "Österreichische Agentur für Biogetreide" soll 2003 rund 14.000 Tonnen konventionelle Futtermittel als Biogetreide verkauft und damit rund 22 Mio. Schilling "Begünstigung" erwirtschaftet haben. Mit diesem Geld soll versucht worden sein, Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. "Alles deutet darauf hin, dass die erhobenen Vorwürfe stimmen. Damit steht bedauerlicherweise die Reputation der gesamten heimischen Biobranche auf dem Spiel", so Maier. Aus Sicht der SPÖ sei klar, dass neben einer lückenlosen Aufklärung der Manipulationen durch die Behörden vor allem die zuständigen Minister Pröll und Rauch-Kallat gefordert seien. Maier: "Seit Jahren fordern wir ein grundlegend neues, einheitliches und lückenloses Kontrollsystem, um den - noch - hervorragenden Ruf der heimischen Biobauern zu schützen. Geschehen ist bis dato nichts." ****

Wie der "trend" berichte, habe sich mittlerweile auch die Rewe-Gruppe der Klage gegen die monopolartige "Getreideagentur" angeschlossen. Dabei gebe es nicht nur bei Getreide Unregelmäßigkeiten, sondern auch bei Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln. "Die fahrlässige Untätigkeit des Landwirtschaftsministers, der Konsumentenschutzministerin, der Agrarlandesräte und einiger Biobauernverbandsvertreter hat dazu geführt, dass längst bekannte Lücken im Kontrollsystem nicht geändert werden. Gutgläubige Biobäuerinnen und Biobauern werden mit Beschwichtigungen abgespeist und werden ebenso betrogen wie die heimischen KonsumentInnen, die bereit sind mehr Geld für Bioprodukte auszugeben", kritisierte der SPÖ-Abgeordnete.

Die Biobetriebe seien die Leitbetriebe der österreichischen Landwirtschaft und als solche mit steigenden Marktanteilen konstant erfolgreich. Ihr weiterer Erfolg hänge allerdings an einem seidenen Faden, so der SPÖ-Abgeordnete. Auf Basis einer mit äußerst mageren Antworten gespickten parlamentarischen Anfrage Maiers über Kontrollergebnisse bei bäuerlichen Direktvermarktern im Jahr 2003 brachte der Abgeordnete Anfang Juni eine Anfrage an Rauch-Kallat für das Jahr 2004 ein. "Vielleicht gelingt es diesmal, Informationen über allenfalls verhängte Sanktionen oder Kontrollergebnisse bei biologisch produzierenden Betrieben zu übermitteln", hofft Maier. "Rauch-Kallat und Pröll sind am Zug. Es ist an ihnen, per Gesetz für eine lückenlose Kontrolle zu sorgen, da nur so das ‚Bioland Österreich' gerettet werden kann", schloss Maier. (Schluss) ps/mp

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