Wiener Landtag (2)

Aktuelle Stunde

Wien (OTS) - Das Thema der Aktuellen Stunde wurde von der SPÖ vorgegeben: "Das Wiener AKH - konsequente Verhandlungen im Interesse der Wienerinnen und Wiener sichern langfristige Spitzenmedizin für alle!"

Der Vertrag mit dem Bund sichere die Spitzenmedizin im AKH langfristig, sagte LAbg. Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Die Zahlen seien beeindruckend: 673.000 Verpflegungstage, 9.000 Beschäftigte, davon 1.500 Mediziner, 1,3 Millionen Ambulanzbesucher in den 61 Ambulanzen und über 300 Spezialambulanzen. In den 51 OP-Sälen wurden im Vorjahr 47.000 operative Eingriffe durchgeführt, 3.500 Geburten registriert, täglich werden 10.000 Mahlzeiten zubereitet. Bis 2015 stehen nun seitens des Bundes 780 Millionen Euro zur Verfügung. Der klinische Mehraufwand sei damit abgesichert. LAbg. Christian Deutsch (SPÖ) wies auf den Verhandlungserfolg im Interesse Wiens hin und meinte, es müsse auch weiterhin möglich sein, im AKH Breitenmedizin anzubieten.

Der Finanzkollaps sei nur vordergründig gelöscht, meinte LAbg. Dr. Sigrid Pilz (Grüne), das AKH habe zu viele Betten, ein Drittel stehe täglich leer, mit Tageskosten von 950 Euro. Es gebe keine Kostenrechnung, einfache Leistungen würden zu teuer bezahlt. Es gebe große Strukturprobleme, sagte LAbg. DI Martin Margulies (Grüne), der Megakomplex brauche eine Umstrukturierung, und im AKH sollte nur Spitzenmedizin angeboten werden.

LAbg. Ingrid Korosec (ÖVP) verwies auf die unendliche Geschichte und die AKH-Skandale. Es hätte einen jahrelangen Finanzstreit zwischen den sozialistischen Finanzstadträten und den sozialistischen Finanzministern gegeben. Erst unter der Regierung Schüssel seien die SPÖ-Altlasten beseitigt worden. Der Forschungsaufwand werde vom Bund finanziert, für die Effizienz des Spitalbetriebes sei Wien zuständig. Um die Bundesmittel könne nun für die Spitzenmedizin weiter gebaut werden, meinte LAbg. Ingrid Lakatha (ÖVP). Sie erinnerte daran, dass manchmal OP-Termine verschoben werden müssten, weil die OP-Schwestern fehlten.

Die medizinische Versorgung im AKH werde vor allem durch die Wiener Steuerzahler sichergestellt, sagte LAbg. Mag. Heidrun Schmalenberg (BZÖ). Die Gesundheitspolitik in Wien sei durch viele Jahre hindurch mit Parteipolitik verwechselt worden. Die Verwaltung sei aufgebläht, es gebe Sonderverträge für die Führungskräfte, die Gewerkschaft stehe auf der Seite der Mächtigen. LAbg. Günther Barnet (BZÖ) bedauerte, dass einerseits vom Bund Geld erwirtschaftet worden sei, aber gleichzeitig der Spitalskostenbeitrag erhöht werde. Im AKH sollte nur Spitzenmedizin angeboten werden.

Das AKH sei das Flakschiff der österreichischen Medizin, sagte LAbg. Mag. Helmut Kowarik (FPÖ). Es sei aber gleichzeitig das teuerste Spital mit manchmal unverständlich hohen Kosten. Er forderte eine Abdeckung der Kosten für Fremdpatienten. StR. Karin Landauer (FPÖ) meinte, man habe nun die Sicherheit, dass das AKH ein Spitzenspital bleiben kann. Das AKH sei allerdings nicht für Bagatellefälle geeignet. (Forts.) fk/rr

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