Kuntzl: Mehr als 40.000 Nachmittagsbetreuungsplätze an Österreichs Volksschulen fehlen

Wien (SK) "Österreichweit gibt es alleine an den Volksschulen den dringenden Bedarf von rund 40.000 Nachmittagsbetreuungsplätze, und das ist noch die absolute Untergrenze", stellte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ klar. Bildungsministerin Gehrer solle sofort grünes Licht für die Schaffung dieser Plätze geben, andernfalls stehen im kommenden Schuljahr Tausende Eltern vor der Situation, dass ihre Kinder nachmittags nicht betreut werden können. Kuntzl appelliert an die ÖVP, ihr knausriges Angebot an Nachmittagsbetreuungsplätzen noch aufzubessern und auch die Elternwünsche nach mehr Schulqualität, die heute im Unterrichtsausschuss vom Dachverband der Pflichtschulelternvereine präsentiert werden, zu beherzigen. ****

Auf die Zahl von rund 40.000 Nachmittagsbetreuungsplätzen, die umgehend geschaffen werden müssen und die als absolut unterste Grenze anzusehen ist, kommt man, indem die Zahlen der in Salzburg durchgeführt Bedarfserhebung auf Österreich hochgerechnet werden. In Österreich liegt die durchschnittliche Betreuungsquote der Volksschulkinder derzeit bei 17,5 Prozent. Allerdings ist die Verteilung nach Bundesländern höchst unterschiedlich. Während einzig in Wien bereits jedes zweite Kind einen Nachmittagsbetreuungsplatz hat (53,6 Prozent), steht im restlichen Österreich nur für jedes zehnte Kind ein Betreuungsplatz zur Verfügung (9,51 Prozent). Das Bundesland Salzburg (9,6 Prozent) kann somit als repräsentativ für Österreich angenommen werden.

Der erhobene Betretreuungsbedarf in Salzburg bei den VolksschülerInnen liegt bei 3.100 Plätzen; das bedeute, dass 12,52 Prozent der Salzburger Volksschulkinder zusätzlich einen Nachmittagsbetreuungsplatz benötigen. Legt man den Bedarf von 12,52 Prozent fehlender Plätze in Salzburg auf Österreich um - exklusive Wien -, ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von 38.098 Nachmittagsbetreuungsplätzen alleine an österreichischen Volksschulen. "Und zwar als wirklich unterste Latte", so Kuntzl, die hinzufügt, dass diese Zahl auf einer sehr vorsichtigen Schätzung aufbaue und dennoch weit über den geschönten Zahlen Gehrers liege, die von 5.200 fehlenden Nachmittagsbetreuungsplätzen in den Volksschulen spricht. Die SPÖ-Familiensprecherin wies darauf hin, dass der Umstand, dass in einer Not-Aktion allein an den Volksschulen 40.000 Betreuungsplätze geschaffen werden müssen, beweise, wie notwendig die insgesamt von der SPÖ geforderten 100.000 Ganztagsschulplätze sind.

Kuntzl wies außerdem darauf hin, dass das Mittel der Bedarfserhebung, wie sie in Salzburg durchgeführt wurde, auch eine von der Zukunftskommission vorgeschlagene Maßnahme sei. Gehrer würde gut daran tun, sich an die Empfehlungen der von ihr selbst eingesetzten Zukunftskommission zu halten und eine solche Bedarfserhebung bundesweit durchführen zu lassen. Ebenso habe die Zukunftskommission das Recht auf Betreuung der sechs- bis 14-jährigen Kinder vorgeschlagen - "auch eine Empfehlung, die im heutigen Unterrichtsausschuss leider nicht beschlossen wird". (Schluss) cs

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